Pressemitteilungen

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Pressemitteilungen 2022

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04.05.2022 Die Rolle des Kleinhirns für die Absence-Epilepsie

PM Melanie Mark

Forschende aus Bochum haben neue Einblicke in die zellulären und molekularen Mechanismen der Absence-Epilepsie und einer möglichen Therapie gewonnen.

Eine Stimulation bestimmter Kleinhirnbereiche könnte Absence-Epilepsien entgegenwirken. Was jedoch auf zellulärer und molekularer Ebene bei dieser Form der Epilepsie im Gehirn passiert und wie genau sich eine Stimulation auswirkt, ist bislang nicht im Detail verstanden. Neue Einblicke haben Forschende der Ruhr-Universität Bochum (RUB) in Versuchen mit Mäusen gewonnen. Die Ergebnisse beschreibt das Team um Dr. Jan Claudius Schwitalla und Prof. Dr. Melanie Mark aus der RUB-Arbeitsgruppe Verhaltensneurobiologie in der Zeitschrift „Cellular and Molecular Life Sciences“ vom 19. März 2022. Sie kooperierten mit dem Erasmus Medical Center in Rotterdam und Utrecht sowie mit Kolleginnen und Kollegen aus Bonn, Münster und München.

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17.03.2022 Der Prototyp des Verbrechers

Wie unterscheiden sich die Gehirne von Tätern und Nicht-Tätern?

Es ist ein spezieller Menschenschlag, den Prof. Dr. Boris Schiffer unter die Lupe genommen hat. Menschen, die schon im Kindesalter auffallen, weil sie straffällig werden. Und die oft ihr ganzes Leben lang immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Ihnen fehlt es an Verantwortungsgefühl, an Reue. Sie nutzen andere für ihren Vorteil aus – nichts gilt ihnen mehr als die sofortige Befriedigung ihrer eigenen Bedürfnisse, und sei es auf Kosten anderer. Fachleute wie Schiffer, Direktor der Forschungsabteilung für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie am LWL-Universitätsklinikum Bochum und der LWL-Maßregelvollzugsklinik Herne, diagnostizieren in solchen Fällen eine dissoziale Persönlichkeitsstörung.

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03.02.2022 Der Strategie des Schubladendenkens auf der Spur

PM Biopsychologie

Bochumer Forschungsteam identifiziert allgemeine Grundsätze beim Kategorisierungslernen mithilfe neu entwickelter Untersuchungsmethode.

Unsere geistige Fähigkeit, die komplexe Welt in Kategorien einzuteilen, erleichtert unser tägliches Leben. Doch wie kommen wir zu dieser Einteilung? Und welche Merkmale werten wir aus? Der Beantwortung dieser Fragen sind Forschende der Ruhr-Universität Bochum mit der Hilfe von Tauben ein Stück näher gekommen. Sie fanden heraus, dass Vögel verschiedene Strategien nutzen, um Kategorien erfolgreich zu lernen. Für ihre Datenerhebung nutzen die Wissenschaftler eine neuentwickelte Forschungsmethode. Sie kombinierten dabei die sogenannte „virtuelle Phylogenese“, bei der künstliche Stimuli computergestützt erzeugt werden, mit einem maschinellen Lernansatz und somit der automatisierten Auswertung des Pickverhaltens der Vögel. Die Erkenntnisse ihrer Forschung veröffentlichten sie nun in der Januarausgabe der Zeitschrift Animal Cognition.

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Pressemitteilungen 2021

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20.12.2021 Bewusstsein bei Mensch, Tier und Künstlicher Intelligenz erklären

Eine neue Theorie des Bewusstseins schafft experimentelle Zugänge zur Erforschung des Phänomens. Nicht nur bei Menschen.

Zwei Forscher der Ruhr-Universität Bochum (RUB) haben eine neue Theorie des Bewusstseins aufgestellt. Schon lange beschäftigen sie sich mit der Frage, was die Natur des Bewusstseins ist, wie und wo das Gehirn Bewusstsein generiert und ob auch Tiere ein Bewusstsein haben. Das neue Konzept beschreibt Bewusstsein als einen Zustand, der an komplexe kognitive Operationen gebunden ist – und nicht als einen passiven Grundzustand, der bei Wachheit automatisch vorherrscht.

Prof. Dr. Armin Zlomuzica, Arbeitsbereich Behavioral and Clinical Neuroscience der RUB, und Prof. Dr. Ekrem Dere, früher an der Université Paris-Sorbonne, nun an der RUB, beschreiben ihre Theorie in der Zeitschrift Behavioural Brain Research. Die gedruckte Fassung wird am 15. Februar 2022 erscheinen, online ist der Artikel seit Ende November 2021 verfügbar.

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17.12.2021 Begrenzter Speicherplatz bei Menschen und Vögeln

Vögel und Menschen besitzen in ihren Gehirnen sehr unterschiedliche Netzwerke von Neuronen. Trotzdem wird ihr Arbeitsgedächtnis durch ähnliche Mechanismen eingeschränkt.

Das Arbeitsgedächtnis ist die Fähigkeit des Gehirns, Informationen für kurze Zeit in einem abrufbaren Zustand zu halten und zu verarbeiten. Es ist unerlässlich für die Ausführung komplexer kognitiver Aufgaben, zum Beispiel Denken, Planen, Befolgen von Anweisungen oder Lösen von Problemen. Einem Forschungsteam der Ruhr-Universität Bochum (RUB) ist es gelungen, diesen speziellen Bereich des Gedächtnisses bei Vögeln näher zu erforschen und Vergleiche zur Datenspeicherung im Säugetierhirn anzustellen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fanden heraus, dass Vögel und Affen – trotz ihrer unterschiedlichen Gehirnarchitektur – die gleichen zentralen Mechanismen und Grenzen des Arbeitsgedächtnisses aufweisen.

Die Ergebnisse der Studie beschreibt ein Team der RUB-Arbeitsgruppe Neuronale Grundlagen des Lernens um Lukas Hahn und Prof. Dr. Jonas Rose in der Zeitschrift eLife, online veröffentlicht am 3. Dezember 2021.

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23.11.2021 Wie Nahrungsergänzungsmittel bei Multipler Sklerose wirken

Veränderungen der Darmflora beeinflussen den Verlauf der Erkrankung. Dazu plant das ausgezeichnete Team weitere Studien.

Autoimmunerkrankungen wie die Multiple Sklerose (MS) gehen häufig mit einem Ungleichgewicht der Darmflora einher. Ob und wie die Gabe von bestimmten Nahrungsergänzungsmitteln wie Propionsäure erfolgversprechend für die Behandlung ist, wird ein Forschungsteam unter Leitung von Prof. Dr. Ralf Gold untersuchen. Für das geplante Projekt wurde das Team der Klinik für Neurologie des St. Josef Hospitals der Ruhr-Universität Bochum (RUB) am 4. November 2021 mit dem 12. Oppenheim-Förderpreis für Multiple Sklerose der Firma Novartis Pharma GmbH ausgezeichnet. Der Preis ist mit 50.000 Euro dotiert.

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15.10.2021 Warum stressige Erlebnisse besser erinnert werden

Wenn das Gehirn Erinnerungen an Objekte abspeichert, erzeugt es für jedes davon ein charakteristisches Aktivitätsmuster. Stress verändert diese Gedächtnisspuren.

Stressige Erlebnisse werden meist besser erinnert als neutrale Erlebnisse. Warum das so ist, haben Forschende der Ruhr-Universität Bochum (RUB) untersucht. Mithilfe von fiktiven Bewerbungsgesprächen brachten sie Personen in stressige Situationen und erfassten anschließend ihre Erinnerung an Gegenstände aus dem Bewerbungsgespräch. Mittels funktioneller Magnetresonanztomografie analysierten sie die Gehirnaktivität, während die Teilnehmenden die Objekte erneut sahen. Erinnerungen an Objekte aus stressigen Situationen scheinen dabei auf einer ähnlichen Gehirnaktivität zu beruhen wie Erinnerungen an den Stressauslöser selbst.

Die Ergebnisse beschreibt das Team um Anne Bierbrauer, Prof. Dr. Oliver Wolf und Prof. Dr. Nikolai Axmacher vom Institut für Kognitive Neurowissenschaft der RUB in der Zeitschrift Current Biology, online veröffentlicht am 14. Oktober 2021.

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20.09.2021 Brain Day - Das Gehirn besser verstehen

Ein Nachmittag im Zeichen der Bochumer Neurowissenschaften mit Vorträgen, Informationen und Mitmachaktionen – dieses Jahr erstmalig als Online-Veranstaltung.

Von der Grundlagenforschung bis zur Therapie – die virtuellen Besucherinnen und Besucher des Brain Day lernen das komplexeste menschliche Organ von einer ganz neuen Seite kennen: Am 29. September 2021 dreht sich beim Sonderforschungsbereich (SFB) 874 an der RUB alles um das Gehirn. Von technischen Brain Hacks, über erfolgreiche Hirntumortherapien, bis hin zu musikalischer Gehirnakrobatik – die Brain-Day-Gäste erwartet zwischen 13.30 und 17.30 Uhr ein buntes Programm aus Vorträgen und Mitmach-Aktionen rund um aktuelle Themen aus den Neurowissenschaften. Ergänzt wird die Agenda durch spannende Blicke hinter die Kulissen und direkt in die Labore des Sonderforschungsbereichs.

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16.09.2021 Wie Düfte eine Bedeutung bekommen

Ein Bochumer Forschungsteam hat bei Ratten künstliche Geruchsempfindungen ausgelöst – und geschaut, was dann im Gehirn passiert.

Wenn ein Geruch wahrgenommen wird, werden im Gehirn verschiedene Bereiche aktiviert. Ein Team aus der Neurowissenschaft der Ruhr-Universität Bochum (RUB) hat nun mit Untersuchungen an Ratten herausgefunden, dass Strukturen des Geruchsinns eng mit den Belohnungs- und Aversionssystemen des Gehirns zusammenarbeiten. So sind bei der Verarbeitung von Gerüchen neben dem Riechzentrum auch Bereiche aktiv, die für Gefühle und Werteempfinden verantwortlich sind. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift „Cerebral Cortex“ vom 11. August 2021 veröffentlicht.

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24.08.2021 Nahrungsergänzung gegen Nervenerkrankungen

Eine Studie soll zeigen, ob die Einnahme einer Fettsäure die Nervenerkrankung CIDP positiv beeinflussen kann. Bei Multipler Sklerose ist das der Fall.

Ähnlich wie bei Multipler Sklerose (MS) greift das Immunsystem bei der chronisch-entzündlichen demyelinisierenden Polyneuropathie, kurz CIDP, die Isolierschicht der Nervenzellen an. Das führt zu fortschreitender Schwäche und Missempfindungen. „Das Ausmaß autoimmuner Entzündungen wird vom Immunsystem des Verdauungstrakts und der Gemeinschaft der im Darm lebenden Bakterien, dem Mikrobiom, bestimmt“, erklärt Dr. Anna Fisse aus der Neurologischen Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum (RUB) im St. Josef Hospital (Klinikdirektor: Prof. Dr. Ralf Gold). Die Ernährung hat einen großen Einfluss auf das Mikrobiom. Ob die Einnahme von Propionsäure den Verlauf der CIDP ebenso wie bei MS verbessern kann, soll eine Studie zeigen, die Anfang 2022 startet.

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27.07.2021 Erinnern, um die Zukunft vorherzusagen

Wozu haben wir ein Gedächtnis? Aktuellen Forschungen zufolge nicht nur dafür, um in Erinnerungen an Vergangenes zu schwelgen.

Unser Gehirn speichert Erlebtes ab, um daraus Vorhersagen für die Zukunft ableiten zu können. Sollten diese nicht mit der Realität übereinstimmen, es also zu einem Vorhersagefehler gekommen sein, werden nicht nur neue Erwartungen erzeugt, sondern auch die Erinnerungen modifiziert. Diese neue Sicht auf das Gedächtnis wirft viele Forschungsfragen auf, denen sich ein Forschungskonsortium der Ruhr-Universität Bochum (RUB) und der Universität Duisburg Essen (UDE) ab Januar 2022 fünf Jahre lang widmen wird. Es wird vom Mercator Research Center Ruhr (MERCUR) mit rund zwei Millionen Euro gefördert.

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23.07.2021 Umgekehrtes optogenetisches Werkzeug entwickelt

AG Prof. Herlitze

Anders als herkömmliche lichtsteuerbare Proteine, lässt sich das neu entwickelte Werkzeug durch Licht ausschalten, nicht anschalten. Es könnte geeignet sein, um die Grundlagen der Epilepsie zu untersuchen.

Ein neues optogenetisches Werkzeug, also ein Protein, das sich im lebenden Organismus mit Licht steuern lässt, haben Forschende der Ruhr-Universität Bochum (RUB) entwickelt. Sie nutzten ein Opsin – ein Protein, welches in Gehirn und Augen vorkommt – aus Zebrafischen und brachten dieses in das Gehirn von Mäusen ein. Anders als andere optogenetische Werkzeuge wird dieses Opsin durch Licht nicht an-, sondern ausgeschaltet. Die Versuche ergaben auch, dass das Tool geeignet sein könnte, um Veränderungen des Gehirns zu untersuchen, die verantwortlich für die Entwicklung von Epilepsie sind.

Die Teams um Prof. Dr. Melanie Mark von der Arbeitsgruppe Verhaltensneurobiologie und Prof. Dr. Stefan Herlitze vom Lehrstuhl für Allgemeine Zoologie und Neurobiologie beschreiben die Versuche und Ergebnisse in der Zeitschrift Nature Communications, online veröffentlicht am 23. Juli 2021.

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06.07.2021 Immer mehr Ältere erleiden nach Stürzen ein Schädel-Hirn-Trauma

Waren es früher vor allem Pkw-Unfallopfer, sind es heute ältere Leute, die nach Stürzen mit Kopfverletzungen ins Krankenhaus kommen.

Etwa 270.000 Menschen erleiden in Deutschland jedes Jahr ein Schädel-Hirn-Trauma. Zunehmend betroffen sind davon die über 65-Jährigen. Das hat eine Studie von Forschenden der BG Kliniken unter Leitung der Neurologischen Klinik der Ruhr-Universität Bochum (RUB) des BG Klinikums Bergmannsheil ergeben. Stürze sind häufig die Ursache. Die Forschenden raten zu mehr Prävention, etwa durch den Abbau von Stolperfallen in der Wohnung oder den geschulten Einsatz von Gehhilfen. Die Studie ist die erste zu Häufigkeiten und Ursachen von Schädel-Hirn-Traumata seit über 20 Jahren. Das Forschungsteam berichtet in der Fachzeitschrift BMJ Open vom 4. Juni 2021.

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01.07.2021 RUB tritt der Initiative Transparente Tierversuche bei

Umfassende Informationen und öffentlicher Dialog stehen im Fokus

Wie viele Tiere welcher Arten werden in der Forschung eingesetzt? Wie sind die Regeln für diesen Einsatz? Was wird unternommen, um Tierversuche zu vermeiden? Über diese und weitere Fragen wollen die Unterzeichner der Initiative Transparente Tierversuche informieren und den öffentlichen Dialog suchen. Die Ruhr-Universität Bochum (RUB) und das Universitätsklinikum der RUB gehören zu den Erstunterzeichnenden der Initiative, die die Deutsche Forschungsgemeinschaft gemeinsam mit dem Bündnis „Tierversuche verstehen“ ins Leben gerufen hat. Grundlegende Informationen über Tierversuche an der RUB finden sich online. Die Webseite soll künftig weiter wachsen und mehr Einblicke gewähren.

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23.06.2021 Wenn die rechte Hand nach Verletzung der linken überempfindlich ist

Ein internationales Forschungsteam hat Mechanismen von Wahrnehmungsstörungen nach Nervenverletzungen untersucht.

Lähmungserscheinungen, Taubheitsgefühle oder Schmerzen: Diese Symptome quälen viele Menschen mit Nervenverletzungen. Für die Betroffenen können solche Wahrnehmungsstörungen dauerhafte und erhebliche Einschränkungen bedeuten – bis zur Arbeitsunfähigkeit. Ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung der Neurologischen Klinik am Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikum Bergmannsheil, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum (RUB, Direktor: Prof. Dr. Martin Tegenthoff) hat gezeigt, dass Wahrnehmungsstörungen bei einseitigen Nervenverletzungen nicht nur in dem betroffenen Areal des Körpers, sondern häufig auch spiegelbildlich in der gegenseitigen Körperregion auftreten können. Die Ergebnisse der Studie wurden unter Federführung von Prof. Dr. Elena Enax-Krumova, Inhaberin der Stiftungsprofessur der Deutschen gesetzlichen Unfallversicherung, in der Zeitschrift „Neurology“ vom 19. Mai 2021 publiziert.

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16.06.2021 Warum lang bekannte Gene Forscher immer wieder überraschen

Foto AG Prof. Reiner

Durch alternatives Spleißen kann eine Vielzahl von Proteinvarianten gebildet werden. Für die Familie der Glutamatrezeptoren wurde dies nun erstmals systematisch untersucht.

Die Baupläne für Proteine sind in den Genen festgelegt – allerdings sind sie in kleine codierende Abschnitte unterteilt, die erst beim sogenannten Spleißen zusammengesetzt werden. Dabei sind verschiedene Kombinationen möglich, die teils noch unbekannt sind. Dr. Robin Herbrechter und Prof. Dr. Andreas Reiner aus der Nachwuchsgruppe Zelluläre Neurobiologie der Ruhr-Universität Bochum (RUB) haben erstmals alle möglichen alternativen Spleißvarianten der sogenannten ionotropen Glutamatrezeptoren (iGluRs) erfasst, eine Rezeptorklasse, die für die Signalverarbeitung im Gehirn essenziell ist. Sie berichten in der Zeitschrift Cellular and Molecular Life Sciences vom 8. Juni 2021.

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14.06.2021 Positiver Effekt von Huntington-Gen-Veränderung auf Kognition

Foto Prof. Saft

Die Gen-Veränderungen, die zu Morbus Huntington führen können, scheinen sich Jahrzehnte vor Symptombeginn unter Umständen positiv auf bestimmte kognitive Funktionen auszuwirken.

Eine erhöhte Anzahl von Wiederholungen der Basenabfolge CAG im Huntingtin-Gen wird üblicherweise mit Morbus Huntington in Verbindung gebracht. Ein Forschungsteam der Ruhr-Universität Bochum und der University of Iowa erbrachte nun Hinweise, dass eine vermehrte Zahl von CAG-Wiederholungen im gesunden Bereich oder leicht oberhalb der pathologischen Schwelle positive Effekte auf die kognitive Leistung haben könnte. Menschen mit mehr CAG-Wiederholungen schnitten bei verschiedenen Tests der kognitiven Leistungsfähigkeit besser ab als Menschen mit weniger CAG-Wiederholungen. Das ergab eine statistische Analyse von Daten aus der Enroll-HD-Kohorte, in die mittlerweile rund 21.000 Personen eingeschlossen sind. Die Ergebnisse sind in der Zeitschrift Neurology vom 10. Mai 2021 veröffentlicht.

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11.06.2021 Was bei Alzheimer in den Hirnzellen passiert

Foto AG Müller

Untersuchungen an Gewebe von Betroffenen und Mini-Gehirnen aus Stammzellen bringen Licht ins Dunkel.

Neben Plaques, die sich außerhalb von Nervenzellen im Gehirn sammeln, zeichnet sich die Alzheimer-Erkrankung auch durch Veränderungen innerhalb dieser Zellen aus. Was genau sich dort abspielt, haben Forschende aus der Arbeitsgruppe Cell Signalling am Lehrstuhl Molekulare Biochemie der Ruhr-Universität Bochum (RUB) unter Leitung von Privatdozent Dr. Thorsten Müller untersucht. Sie berichten in der Zeitschrift Acta Neuropathological Communications vom 13. April 2021.

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26.05.2021 Protein Tenascin-C wichtig bei Durchblutungsstörungen der Netzhaut

Minderdurchblutungen der Netzhaut können schlimmstenfalls zur Erblindung führen. Neue Einblicke in den zugrunde liegenden Mechanismus haben Bochumer Forscherinnen gewonnen.

Zahlreiche Augenerkrankungen gehen mit Durchblutungsstörungen, sogenannten Ischämien, einher, die bis zur Erblindung führen können. Welche Rolle das Protein Tenascin-C, ein Bestandteil der extrazellulären Matrix, bei der Minderdurchblutung der Netzhaut spielt, untersuchten Forscherinnen der Ruhr-Universität Bochum (RUB) an Mäusen. Sie zeigten, dass Tenascin-C eine entscheidende Rolle bei der Schädigung von Sehsinneszellen nach Ischämien spielt. Die Ergebnisse veröffentlichte das Team in der Zeitschrift Frontiers in Neuroscience, online am 20. Mai 2021.

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25.05.2021 Forschungsförderung - Zwei Sonderforschungsbereiche sind verlängert

Lernen und vergessen stehen im Mittelpunkt des einen, die Reduktion von CO2 bei Verbrennungsprozessen im Fokus des anderen.

Zwei Sonderforschungsbereiche (SFB) an der Ruhr-Universität Bochum (RUB) gehen in die nächste Förderphase: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligte die zweite Förderphase für den SFB 1280 „Extinktionslernen“, an dem Forschende der RUB, der Universität Duisburg-Essen, der Philipps-Universität Marburg sowie des Leibniz-Instituts für Arbeitsforschung an der Technischen Universität Dortmund Ifado beteiligt sind. In die dritte Förderphase startet der SFB/Transregio 129 „Oxyflame – Entwicklung von Methoden und Modellen zur Beschreibung der Reaktion fester Brennstoffe in einer Oxyfuel-Atmosphäre“. Der SFB/TR 129 ist beheimatet an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen sowie an der RUB und der Technischen Universität Darmstadt.

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20.05.2021 Wie Gedanken Prothesen zum Leben erwecken

Je natürlicher die Position einer Armprothese, desto präziser die Steuerung – so lautet das Ergebnis einer Bochumer Studie zu Gehirn-Computer-Schnittstellen in der Therapie von Schwerstgelähmten.

Invasive Gehirn-Computer-Schnittstellen zielen darauf ab, die Lebensqualität schwerstgelähmter Menschen zu verbessern. Bewegungsintentionen werden im Gehirn ausgelesen und diese Informationen genutzt, um robotische Gliedmaßen zu steuern. Welche Fehler bei der Kommunikation zwischen Gehirn und robotischer Prothese auftreten können und welche davon besonders ins Gewicht fallen, hat ein Forschungsteam am Knappschaftskrankenhaus Bochum Langendreer, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum, untersucht. Mithilfe eines Virtual-Reality-Modells fanden die Forscherinnen und Forscher heraus, dass eine fehlerhafte Ausrichtung der Prothese, des sogenannten End-Effektors, zu einem messbaren Leistungsverlust führt. Die Ergebnisse veröffentlichten die Bochumer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Dr. Christian Klaes aus der Abteilung Neurochirurgie am 25. Februar 2021 in der Zeitschrift „Scientific Reports“.

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20.05.2021 Wie verletzte Nerven sich selbst am Heilen hindern

Bochumer Forscher finden einen überraschenden Effekt. Das erlaubt neue Ansätze für die Entwicklung von Medikamenten nach Schädigungen im Zentralen Nervensystem.

Schädigungen von Nervenfasern im Zentralen Nervensystem – Gehirn, Sehnerv oder Rückenmark – ziehen oft lebenslange und schwerwiegende Behinderungen nach sich. Verschiedene Gründe für die ausbleibende Heilung der Nerven sind bekannt; ihre Behandlung führte bisher aber dennoch nicht zu durchschlagenden Erfolgen. Ein Forschungsteam der Ruhr-Universität Bochum (RUB) hat eine Entdeckung gemacht, die das teilweise erklären könnte und Ansätze für neue Medikamente möglich macht: Nerven setzen am Ort der Verletzung einen Lockstoff frei, der wachsende Nervenfasern anzieht und so dort gefangen hält. Dadurch können sie nicht in die richtige Richtung wachsen, um die Verletzung zu überbrücken. Das Team der Zellphysiologie um Prof. Dr. Dietmar Fischer berichtet in der Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Science PNAS vom 25. Mai 2021, online vorab.

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12.05.2021 Buch - Asymmetrien in der Hirnorganisation bei psychischen Erkrankungen

Rechts-Links-Unterschiede sind ein generelles Organisationsprinzip des Gehirns. Bei vielen Krankheiten kommt es jedoch zu Verschiebungen.

Rechte und linke Gehirnhälfte unterscheiden sich sowohl strukturell als auch in ihrer funktionellen Organisation. Diese hemisphärische Asymmetrie ist bei Menschen mit psychischen Krankheiten und Hirnentwicklungsstörungen häufig anders ausgeprägt als bei Gesunden. Mit diesen Rechts-Links-Unterschieden und ihrer klinischen Relevanz befasst sich ein neues Lehrbuch von Dr. Annakarina Mundorf, die 2020 in der experimentellen und molekularen Psychiatrie des LWL-Universitätsklinikums Bochum promoviert hat, und Prof. Dr. Sebastian Ocklenburg von der Arbeitseinheit Biopsychologie der Ruhr-Universität Bochum. Es ist unter dem Titel „The Clinical Neuroscience of Lateralization“ am 12. Mai 2021 im Routledge-Verlag erschienen.

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23.04.2021 Neurowissenschaft - Vom einzelnen Rezeptor zur ganzheitlichen Funktion des Gehirns

Die Gesamtverteilung aller Rezeptoren im Gehirn, das Rezeptom, sehen Forschende als neuen Ansatz für Computermodelle, die die Funktion des Gehirns nachbilden, sowie für Diagnostik und Therapie von psychischen Störungen.

Im Gehirn wirken mehr als hundert molekulare Substanzen als Transmitter, die über Tausende von unterschiedlichen Rezeptortypen Kommunikationswege zwischen Nervenzellen steuern. In einem Übersichtsartikel diskutiert ein internationales Forschungsteam, welchen Einfluss die Aktivierung bestimmter Nervenzellrezeptoren auf neuronale Netzwerke im Gehirn hat. Die Autoren der Ruhr-Universität Bochum (RUB), der Universität Pompeu Fabra in Barcelona und der Universität Oxford stellen Konzepte vor, um rezeptorspezifische Modulationen von Gehirnzuständen quantifizieren zu können. Sie entwickelten auch ein Computermodell, das den Einfluss einzelner Rezeptortypen auf die Gehirnaktivität vorhersagen kann.

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22.04.2021 Forschungsförderung - Zwei neue ERC Advanced Grants an der RUB

Biopsychologe Onur Güntürkün und Philosoph Heinrich Wansing erhalten die begehrte EU-Förderung.

Das Gehirn von Vögeln ist vollkommen anders strukturiert als das von Säugetieren. Wie es funktioniert will Prof. Dr. Dr. h. c. Onur Güntürkün, Biopsychologe an der Ruhr-Universität Bochum (RUB), herausfinden. Der Philosoph Prof. Dr. Heinrich Wansing stellt sich der Herausforderung widersprüchlicher Logiken, die einen rigorosen Bruch mit der aristotelischen Tradition verlangen. Beide Forscher werden bei ihren Vorhaben vom European Research Council (ERC) für die kommenden fünf Jahre mit einem Advanced Grant gefördert. Der ERC Advanced Grant wird an erfahrene Spitzenforschende verliehen, die herausragende wissenschaftliche Arbeit geleistet haben und neue Forschungsgebiete erschließen wollen.

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02.03.2021 Mechanismus entschlüsselt - Lernen und Gedächtnis mit Willenskraft verbessern

Wer zum Lernen gezwungen wird, merkt sich nicht so viel wie jemand, der selbstständig übt. Warum das so ist, haben Neurowissenschaftlerinnen und -wissenschaftler nun herausgefunden.

Ein internationales Forschungsteam hat erstmals die physiologischen Mechanismen identifiziert, die dafür verantwortlich sind, dass Menschen besonders effizient lernen, wenn sie es selbstbestimmt aus einer Eigenmotivation heraus tun. Entscheidend hierfür sind Hirnwellen im Theta-Frequenzbereich, die eine für das Gedächtnis wichtige Hirnregion, den Hippocampus, regulieren – genauer gesagt dessen Fähigkeit, Informationen zu speichern und abzurufen. Das Team des SPECS Laboratory am Institute for Bioengineering of Catalonia berichtet über die Forschung zusammen mit Forschenden der Abteilung Neuropsychologie der Ruhr-Universität Bochum in der Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences, kurz PNAS. Die Publikation erscheint online in der Woche vom 1. März 2021.

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12.02.2021 Neurowissenschaft - Wie vergleichbar verschiedene Stresstests sind

Stress lässt sich auf viele Arten auslösen und untersuchen. Aber kommt dabei auch das Gleiche heraus?

Mit vielen verschiedenen Tests untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, was bei Menschen unter Stress im Gehirn vor sich geht. Inwiefern die diversen Methoden, mit denen Probanden unter Stress gesetzt werden, miteinander vergleichbar sind, ist unklar. In einer Metaanalyse hat ein Biopsychologie-Team der Ruhr-Universität Bochum 31 frühere Studien verglichen, die Stress mittels funktioneller Magnetresonanztomografie (fMRT) untersucht hatten. Das Team arbeitete heraus, welche Hirnregionen standardmäßig bei Stress aktiviert sind und welche Stresstests ähnliche Aktivierungsmuster auslösen. Die Ergebnisse beschreiben sie in der Zeitschrift „Neuroscience and Biobehavioral Reviews“, online veröffentlicht am 5. Februar 2021.

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18.01.2021 Biochemie - Nerven magnetisch die Wachstumsrichtung zeigen

Nervenzelle

Magnetische Nanopartikel wecken die Hoffnung auf Therapien gegen Parkinson.

Ein Grund, warum sich Nervenschäden im Gehirn nicht gut regenerieren lassen, ist, dass die Nervenfortsätze nicht wissen, in welche Richtung sie wachsen sollen. Ein Forschungsteam der Ruhr-Universität Bochum (RUB), der Sorbonne Université Paris und der Technischen Universität Braunschweig arbeitet daran, ihnen nun die Richtung mithilfe von magnetischen Nanopartikeln zeigen. Das Team um Prof. Dr. Rolf Heumann, Senior Researcher, Molekulare Neurobiochemie an der RUB, hofft, langfristig damit die Auswirkungen von neurodegenerativen Erkrankungen wie Parkinson lindern zu können. Die Ergebnisse der Arbeit wurden am 31. Dezember 2020 in der Zeitschrift Scientific Reports veröffentlicht.

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15.01.2021 Querschnittslähmung - Designer-Zytokin lässt gelähmte Mäuse wieder gehen

Querschnittslähmung Maus

Mittels Gentherapie ist es einem Forschungsteam erstmals gelungen, Mäuse nach einer kompletten Querschnittverletzung wieder zum Laufen zu bringen. Dabei stellten die Nervenzellen das heilsame Protein selbst her.

Bisher sind Lähmungen, die auf Rückenmarksschädigungen zurückgehen, irreparabel. Mit einem neuen Therapieansatz ist es dem Team des Lehrstuhls für Zellphysiologie an der Ruhr-Universität Bochum (RUB) unter der Leitung von Prof. Dr. Dietmar Fischer erstmals gelungen, gelähmte Mäuse wieder zum Laufen zu bringen. Die Schlüssel dazu sind das Protein Hyper-Interleukin-6, das Nervenzellen zur Regeneration anregt, und die Art und Weise wie es den Tieren zugeführt wird. Die Forscherinnen und Forscher berichten im Journal Nature Communications vom 15. Januar 2021.

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13.01.2021 Mit EEG-Haube zuhause romantisch sein

Romatische Situation

Küssen, kuscheln, plaudern – dank modernem Forschungsequipment konnten Wissenschaftler die Hirnaktivität von Paaren in emotionalen Situationen zuhause aufzeichnen.

Forschung zu den neuronalen Grundlagen der Emotionsverarbeitung hat bislang meist im Labor, also unter realitätsfremden Bedingungen stattgefunden. Unter natürlicheren Bedingungen haben Bochumer Biopsychologen Paare nun in einer neuen Studie untersucht. Mittels Elektroenzephalografie (EEG) zeichneten sie die Hirnaktivität von romantischen Paaren auf, während diese sich zuhause umarmten, küssten oder über gemeinsame glückliche Erinnerungen unterhielten. Die Ergebnisse bestätigten die Theorie, dass positive Emotionen hauptsächlich in der linken Hirnhälfte verarbeitet werden.
Die Ergebnisse beschreibt eine Gruppe um Dr. Julian Packheiser, Gesa Berretz, Celine Bahr, Lynn Schockenhoff und Prof. Dr. Sebastian Ocklenburg aus der Abteilung Biopsychologie der Ruhr-Universität Bochum in der Zeitschrift Scientific Reports, online veröffentlicht am 13. Januar 2021.

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12.01.2021 Wie Anorexie das Körpergefühl verändert

Unwillkürlich schieben sich essgestörte Patientinnen und Patienten seitlich durch eigentlich ausreichend breite Türen. Ein Hinweis darauf, wie sie unbewusst ihre Körperfülle überschätzen.

Menschen mit Magersucht, wissenschaftlich Anorexia nervosa, haben ein gestörtes Verhältnis zu den Ausmaßen ihres Körpers. Eine Studie des Teams der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am LWL-Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum (RUB) hat gezeigt, dass neben dem bewussten Körperbild auch das sogenannte Körperschema gestört ist: das unbewusste Körpergefühl. Normalerweise passt es sich den aktuellen Gegebenheiten an. Bei Patientinnen und Patienten mit Anorexie könnte es auf dem Stand vor dem Beginn der Erkrankung stehen bleiben. Die Forscherinnen und Forscher um Prof. Dr. Martin Diers empfehlen eine Kombination aus kognitiver Verhaltenstherapie und dem Einsatz virtueller Realität, um das gestörte Körperschema zu korrigieren. Sie berichten im International Journal of Eating Disorder vom 20. Dezember 2020.

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Pressemitteilungen 2020

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21.12.2020 Wie ein Schmerz den anderen unterdrückt

Der Körper kennt verschiedene Mechanismen, die schmerzhafte Empfindungen dämpfen. Mit neuen Methoden lassen sie sich untersuchen.

Wenn zwei schmerzhafte Reize gleichzeitig auf uns wirken, nehmen wir den einzelnen als weniger schmerzhaft wahr. Dieses Phänomen ist Teil des körpereigenen Schmerzhemmsystems. Ist diese Hemmung gestört, kann das auf eine chronische Schmerzerkrankung hinweisen. Forschende des Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikums Bergmannsheil, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum (RUB), haben eine Untersuchungsmethode dafür entwickelt. Sie konnten zeigen, dass sie sowohl mit elektrischen Schmerzreizen als auch mit Hitzeschmerz effektiv funktioniert. Zwei aufeinander aufbauende Studien dazu sind in den Zeitschriften Brain Sciences und BMC Neuroscience veröffentlicht.

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11.12.2020 Open-Air Ausstellung - Kinderbilder auf Bochumer Litfaßsäulen

IGSN/SFB874-Schuelerwettbewerb

In einem Malwettbewerb, ausgerichtet von IGSN und dem SFB 874, konnten die Kinder zeigen, wie sie sich ihr Gedächtnis vorstellen.

„Was passiert beim Lernen im Gehirn?“ Dieser Frage sind Schülerinnen und Schüler von Bochumer Grundschulen bei einem Malwettbewerb nachgegangen. Entstanden sind 133 fantastische Kunstwerke, die zeigen, wie sich die Kinder ihr eigenes Gedächtnis vorstellen. Die eingesendeten Bilder sind vom 18. bis 31.Dezember 2020 in einer Open-Air Ausstellung auf Litfaßsäulen in der Bochumer Innenstadt zu sehen.

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08.12.2020 Visuelles Kurzzeitgedächtnis ist vielschichtiger als angenommen

Kurzzeitgedaechtnis

Wenn wir eine Banane sehen, sehen wir zunächst nur gelb und glatt. Erst später erkennen wir die Halbmondform und die Tatsache, dass es sich um eine Banane handelt.

Anders als bislang angenommen basiert das visuelle Kurzzeitgedächtnis nicht nur auf einer Art von Information über ein Objekt, etwa nur über dessen Farbe oder nur zum Namen des Objekts. Stattdessen können mehrere Arten von Information gleichzeitig im Kurzzeitgedächtnis aufrechterhalten werden. Dass das Kurzzeitgedächtnis somit komplexer ist als zuvor angenommen, haben Forscherinnen und Forscher der Beijing Normal University in Peking und der Ruhr-Universität Bochum mithilfe von speziellen EEG-Messungen und neuronalen Netzwerken herausgefunden. Das Team beschreibt die Ergebnisse in der Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences, kurz PNAS, online veröffentlicht am 7. Dezember 2020.

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23.11.2020 EU-Förderung - Sehfunktionen des Gehirns wiederherstellen

Auge

Implantate sollen direkt die Hirnareale ansteuern, die für die Verarbeitung visueller Informationen zuständig sind.

Eine Miniaturkamera, die visuelle Informationen sammelt, welche in geeignete Signalmuster übersetzt an Implantate im Gehirn übertragen werden, sodass Blinde wieder Seheindrücke haben: Das ist die Vision, die das Konsortium des Projekts „I See“ antreibt. Das Forschungsteam aus Deutschland, der Schweiz und Kanada, dem der Neurowissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum (RUB), Privatdozent Dr. Dirk Jancke, angehört, wird von der Europäischen Kommission mit rund 900.000 Euro gefördert.

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29.10.2020 Wie Glaukom, Immunsystem und Protein Tenascin-C zusammenhängen

Das Glaukom ist weltweit eine der häufigsten Erblindungsursachen. Üblicherweise wird ein erhöhter Augeninnendruck als Hauptrisikofaktor angenommen. Aber es gibt weitere Auslöser.

Welche Rolle die Immunantwort für das Entstehen eines Glaukoms spielt, haben Forscherinnen und Forscher der Ruhr-Universität Bochum (RUB) an Mäusen untersucht. Sie zeigten, dass Entzündungsprozesse an der Entstehung der Krankheit beteiligt sind und das dem extrazellulären Matrixmolekül Tenascin-C als Modulator der Immunantwort eine Schlüsselrolle zukommt. Das Glaukom, auch Grüner Star genannt, ist weltweit eine der häufigsten Erblindungsursachen. Als Hauptrisikofaktor wird üblicherweise ein erhöhter Augeninnendruck vermutet; bei rund 40 Prozent der Patienten tritt dieser aber gar nicht auf. Die Ergebnisse zur Rolle der Immunantwort sind online am 9. Oktober 2020 in der Zeitschrift Frontiers in Immunology veröffentlicht worden.

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01.10.2020 Warum Wirkstoffe Rezeptoren manchmal potenzieren statt hemmen

Patch-Clamp-Messungen

Manche besonders zielgenauen Wirkstoffe entfalten in Nervenzellen einen unerwünschten Effekt. Sie vermindern nicht nur die Aktivierung bestimmter Rezeptoren, sondern auch deren Abschaltung.

Um bestimmte Gehirnkrankheiten gezielter und nebenwirkungsärmer zu behandeln, setzt die Forschung auf Medikamente, die ausschließlich bestimmte Subtypen von Rezeptoren für den Botenstoff Glutamat hemmen. Doch unter einigen Bedingungen entfalten solche Wirkstoffe eine gegenteilige Wirkung. Statt der gewünschten Hemmung der Rezeptoren wird ihre Aktivität potenziert. Über diese unerwarteten Effekte und ihre Gründe berichten Prof. Dr. Andreas Reiner und Stefan Pollok aus der Nachwuchsgruppe Zelluläre Neurobiologie der Ruhr-Universität Bochum (RUB) im Journal PNAS vom 30. September 2020.

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25.09.2020 Vogelhirne weisen eine überraschende Organisation auf

Mikroskopie

Ein Forschungsteam räumt mit 150 Jahren falscher Annahmen auf.

Manche Vögel können erstaunliche kognitive Leistungen vollbringen – dabei erscheint ihr Gehirn im Vergleich mit dem von Säugetieren ziemlich unorganisiert. Die Arbeiten eines Forschungsteams der Ruhr-Universität Bochum (RUB) sowie aus Düsseldorf, Jülich und Aachen offenbaren erstmals verblüffende Ähnlichkeiten zwischen dem Neocortex der Säugetiere und sensorischen Hirnarealen von Vögeln: Beide sind in horizontalen Schichten und vertikalen Säulen vernetzt. Damit sind 150 Jahre alte Annahmen widerlegt. Das Team hat seine Ergebnisse in der Zeitschrift „Science“ vom 25. September 2020 veröffentlicht.

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18.09.2020 Wie Forscher dem Vogelgehirn bei der Arbeit zusehen

Forscherteam

Zum ersten Mal hat ein Forschungsteam das Gehirn von Tauben mittels Kernspintomografie untersucht, während die Vögel aktiv eine Aufgabe bearbeiteten.

Wie fällen Vögel Entscheidungen und welche Gehirnbereiche sind besonders aktiv, wenn sie Aufgaben lösen? Diesen Fragen gehen Forscherinnen und Forscher vom Lehrstuhl für Biopsychologie der Ruhr-Universität Bochum (RUB) nach. Bislang konnten mithilfe der funktionellen Kernspintomografie (fMRT) nur narkotisierte und damit inaktive Vögel untersucht werden, sodass eine Untersuchung von Gehirnprozessen, die während der Lösung von Aufgaben ablaufen, nicht möglich war. Nun haben die kognitiven Neurowissenschaftlerinnen und -wissenschaftler der Arbeitseinheit Biopsychologie einen Versuchsaufbau konstruiert, mit dem sie erstmals fMRT-Untersuchungen an wachen Tauben durchführen und somit auch kognitive Prozesse erforschen können. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie online in der Fachzeitschrift „Nature Communications“ am 18. September 2020.

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31.08.2020 Menschen mit erhöhtem Alzheimerrisiko haben Defizite beim Navigieren

Um die Probleme sichtbar zu machen, mussten die Forscherinnen und Forscher sich ein spezielles Versuchsdesign überlegen.

Alzheimerpatienten entwickeln im Verlauf der Erkrankung eine schwere Orientierungslosigkeit und finden auch einfachste Wege nicht mehr. Dass Probleme bei der räumlichen Navigation auch bei Menschen mit einem genetischen Risiko für die Alzheimerkrankheit feststellbar sind, berichtet ein internationales Forschungsteam um Anne Bierbrauer, Dr. Lukas Kunz, Dr. Carlos Gomez und Prof. Dr. Nikolai Axmacher von der Ruhr-Universität Bochum und dem Universitätsklinikum Freiburg in der Zeitschrift Science Advances, online veröffentlicht am 28. August 2020. Das Team aus Bochum, Freiburg, Dortmund, Sevilla, Madrid, Parma und Brüssel untersuchte die Fähigkeit zur Pfadintegration.

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21.08.2020 Wann sich Babys an Gelerntes erinnern und wann nicht

Entwicklungspsychologie

An die ersten Lebensjahre kann sich niemand erinnern. Eine Studie liefert Hinweise auf die Gründe dafür.

Wenn es darum geht, Gelerntes abzurufen, kommt es bei Babys auf die Stimmung an: Was sie in ruhiger Stimmung gelernt haben, ist nicht mehr zugänglich, wenn sie aufgebracht sind und umgekehrt. Das hat eine Studie gezeigt, die Entwicklungspsychologinnen der Ruhr-Universität Bochum (RUB) mit 96 Kindern im Alter von neun Monaten durchgeführt haben. Sie berichten in der Zeitschrift „Child Development“ vom 19. August 2020.

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23.07.2020 Instabilität im Huntingtin-Gen bei Patienten untersucht

Pipettieren

Das Forschungsprojekt starteten eine deutsche und eine US-amerikanische Gruppe unabhängig voneinander. Die Ergebnisse passen dennoch perfekt zusammen.

Forscherinnen und Forscher aus Bochum und Boston haben untersucht, wie instabil das Huntingtin-Gen in verschiedenen Hirnregionen und Organen von Huntington-Patienten ist. Die Instabilität des Gens, genauer gesagt der CAG-Region, war zuvor meist in Tiermodellen beschrieben, aber nicht umfassend bei Menschen untersucht worden. Die beiden Gruppen der Medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum (RUB) und am Massachusetts General Hospital der Harvard Medical School hatten die Frage ursprünglich unabhängig voneinander erforscht. Als sie von den Arbeiten der jeweils anderen Gruppe erfuhren, verglichen sie ihre Daten und publizierten sie gemeinsam am 7. Juli 2020 in der Zeitschrift Human Molecular Genetics. Die Ergebnisse beider Patientenkohorten stimmen überein.

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23.07.2020 Emmy-Noether-Gruppe untersucht negative Interpretationsverzerrungen

Foto Marcelle Woud

Die Ergebnisse sollen helfen zu verstehen, wie bestimmte psychische Störungen, etwa Angststörungen, entstehen und aufrechterhalten werden.

Menschen mit psychischen Störungen wie Depressionen oder Angststörungen deuten Situationen oft anders als gesunde Personen. Warum das so ist, will Psychologin Dr. Marcella Woud im Rahmen einer neuen Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe untersuchen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert die Gruppe an der Ruhr-Universität Bochum mit einem Gesamtvolumen von 1,54 Millionen Euro für sechs Jahre mit einer Evaluation nach drei Jahren. Sie wird ihre Arbeit unter dem Namen „Die zugrunde liegenden Mechanismen von Interpretationsverzerrungen bei Angststörungen – Verknüpfung von experimenteller Forschung und klinischer Übersetzung“ Anfang 2021 aufnehmen.

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21.07.2020 Forscher beobachten Lernprozesse im Gehirn

Verabreicht man über lange Zeit einen Tastreiz immer wieder, verändert sich die Aktivität der für die Verarbeitung zuständigen Nervenzellen.

Reizt man über längere Zeit die Fingerspitze mit einem wiederholten Tastimpuls, verbessert sich der Tastsinn nachweislich. Was dabei im Gehirn passiert, hat ein Forschungsteam um Privatdozent Dr. Hubert Dinse an der Ruhr-Universität Bochum (RUB) untersucht. Die Forscher registrierten mithilfe eines Enzephalogramms (EEG) die Aktivität von Nervenzellen der für die Verarbeitung zuständigen Hirnbereiche. Dabei konnten sie beobachten, dass sich die Aktivität der dortigen Nervenzellen verändert – möglicherweise ein Abbild eines Lernprozesses. Das Team berichtet in der Zeitschrift Frontiers in Human Neuroscience vom 30. Juni 2020.

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15.06.2020 Der Nutzen der Langsamkeit

Ein von Bochumer Neuroinformatikern entwickelter Algorithmus schätzt Alter und ethnische Herkunft so gut wie Menschen. Welche Zeichen er deutet, wissen sie nicht genau.

Falten, Furchen, Flecken: Das Altern eines Menschen geht mit verräterischen Zeichen im Gesicht einher. Forscher vom Institut für Neuroinformatik der Ruhr-Universität Bochum (RUB) haben einen Algorithmus entwickelt, der diese Zeichen besonders zuverlässig deutet. Er erlaubt es, Alter und Ethnie von Menschen so treffsicher zu schätzen, dass die RUB-Forscher eine Zeit lang Weltmeister waren. Das RUB-Team berichtet in der Zeitschrift „Machine Learning“ vom Mai 2020.

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12.05.2020 Warum sehen ein Entscheidungsprozess ist

Wahrnehmungstäuschungen bei schnellen Bildfolgen verraten Strategien des Gehirns.

Eine in den Neurowissenschaften populäre Theorie geht davon aus, dass unser Vorwissen laufend Erwartungen erzeugt, die mit aktuell eingehenden Informationen verglichen werden. Unterscheiden sich Vorhersage und tatsächliche Ereignisse, interpretieren Nervenzellen dieser sogenannten Predictive-Coding-Theorie zufolge Differenzen als Vorhersagefehler. Diese werden über mehrere Verarbeitungsstufen im Gehirn minimiert, quasi wegdiskutiert, um Vorhersagen neu anzupassen. Forscher an der Ruhr-Universität Bochum (RUB) und der Universität Freiburg haben in einer Studie zur visuellen Wahrnehmung widerlegt, dass Vorhersagefehler im Gehirn komplett wegdiskutiert werden. Stattdessen erreichen sie höchste Verarbeitungsstufen, bleiben dem Bewusstsein damit zugänglich, und können als gelegentliche Wahrnehmungstäuschungen direkt sichtbar werden. Bisherige Predictive-Coding-Theorien greifen damit zu kurz. Über die Arbeit berichtet die Fachzeitschrift Plos One online am 4. Mai 2020.

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23.04.2020 Wie Schwerhörigkeit im Alter das Gehirn beeinträchtigt

Das Gehirn gewöhnt sich nicht an Altersschwerhörigkeit, sodass das Gedächtnis leidet.

Wenn im Alter das Gehör nachlässt, steigt das Risiko für Demenzerkrankungen und kognitiven Verfall. Warum das so ist, war bisher unklar. Ein Team aus der Neurowissenschaft der Ruhr-Universität Bochum (RUB) hat nun mit Untersuchungen an Mäusen herausgefunden, was im Gehirn passiert, wenn das Hörvermögen nach und nach schlechter wird: Hirnbereiche werden umorganisiert, worunter das Gedächtnis leidet. Die Ergebnisse sind in der Zeitschrift „Cerebral Cortex“ vom 20. März 2020 online veröffentlicht.

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15.04.2020 Wie die Erwartungshaltung das Lernen beeinflusst

Bochumer Forscherinnen und Forscher identifizierten zwei Hirnregionen, die besonders wichtig für Entscheidungsprozesse beim Lernen sind.

Während des Lernens ist das Gehirn eine Vorhersagemaschine, die unablässig Theorien über unsere Umgebung aufstellt und genau registriert, ob eine Annahme zutrifft oder nicht. Ein Team aus der Neurowissenschaft der Ruhr-Universität Bochum hat gezeigt, dass sich die Erwartungshaltung während dieser Vorhersagen auf die Aktivität verschiedener Hirnnetzwerke auswirkt. Dr. Bin Wang, Dr. Lara Schlaffke und Privatdozent Dr. Burkhard Pleger von der Neurologischen Klinik des Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikums Bergmannsheil berichten über die Ergebnisse in zwei Artikeln, die im März und April 2020 in den Zeitschriften Cerebral Cortex und Journal of Neuroscience erschienen sind.

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07.04.2020 Wie Serotonin die Kommunikation im Gehirn ausbalanciert

Der Botenstoff stimmt den Einfluss sensorischer Reize auf interne Verarbeitungsprozesse ab.

Unser Gehirn befindet sich im ständigen Selbstgespräch. Diese interne Kommunikation wird fortwährend durch äußere Reize beeinflusst. Dabei müssen aktuelle Sinneswahrnehmungen und laufende Hirnaktivität aufeinander abstimmt werden. Ein Forschungsteam der Neurowissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum (RUB) hat herausgefunden, wie der Botenstoff Serotonin diese Prozesse im Gehirn reguliert. Die Erkenntnis, dass bestimmte Serotonin-Rezeptoren die Balance zwischen den verschiedenen Informationsströmen im Gehirn beeinflussen, lässt sich möglicherweise für die zielgerichtete Entwicklung von Medikamenten nutzen. Über die Arbeit berichtet die Fachzeitschrift „Elife“ online am 7. April 2020.

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03.04.2020 Wie viele Menschen wirklich Linkshänder sind

Alle bisherigen Daten beruhten auf Schätzungen. Jetzt bringt eine riesige Analyse verlässliche Informationen.

Eines war schon immer klar: Linkshänder sind seltener als Rechtshänder. Aber wie viele Menschen wirklich die linke Hand bevorzugen, ist erst jetzt geklärt: 10,6 Prozent beträgt die Linkshänder-Quote. Das ergab die weltgrößte Untersuchung zu diesem Thema, in der ein Forschungsteam der Universitäten St. Andrews, Athen, Oxford, Bristol und Bochum Studien zur Händigkeit von insgesamt mehr als zwei Millionen Menschen auswertete. Die Ergebnisse sind in der Zeitschrift Psychological Bulletin vom 2. April 2020 veröffentlicht.

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10.03.2020 Ernährung beeinflusst den Verlauf von Multipler Sklerose

Die Bakterien des Darms funktionieren wie ein unbekanntes Organ: Über ihre Stoffwechselprodukte beeinflussen sie Immunsystem und Gehirn.

Die kurzkettige Fettsäure Propionsäure beeinflusst die Darm-vermittelte Immunregulation bei Menschen mit Multipler Sklerose (MS). Das hat ein Team der Neurologischen Klinik der Ruhr-Universität Bochum (RUB) im St. Josef-Hospital in einer internationalen Studie unter Leitung von Prof. Dr. Aiden Haghikia gezeigt. Die Gabe von Propionsäure zusätzlich zu MS-Medikamenten reduzierte langfristig die Schubrate und das Risiko einer Behinderungszunahme. Zudem weisen erste Kernspin-Untersuchungen im Verlauf darauf hin, dass die Propionsäure möglicherweise den Gehirnschwund als Zeichen eines Nervenzell-Untergangs reduziert. Die Ergebnisse sind in der Zeitschrift „Cell“ vom 10. März 2020 veröffentlicht.

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05.03.2020 Wie sich körperlicher und psychosozialer Stress unterscheiden

Ein Sport-Belastungstest und psychosozialer Stress erzeugen ähnliche Stresshormonanstiege. Trotzdem wird der erste positiv, der zweite negativ empfunden. Warum?

Zellfreie DNA könnte ein Marker sein, mit dem sich körperlicher und psychosozialer Stress unterscheiden lassen. Diese Theorie verfolgt das Team vom Lehrstuhl für Genetische Psychologie der Ruhr-Universität Bochum (RUB). Dr. Dirk Moser und Prof. Dr. Robert Kumsta verglichen die körperlichen Reaktionen von Probanden nach einem Sport-Belastungstest und einem fiktiven Jobinterview. Beides ließ die Stresshormonlevel gleichermaßen ansteigen, es fand sich jedoch zellfreie DNA unterschiedlicher Herkunft in der Blutbahn.

Kumsta und Moser interessieren sich dafür, wie unterschiedliche Arten von Stress auf den Körper wirken und warum Stress manchmal positiv und manchmal negativ empfunden wird. Im Wissenschaftsmagazin Rubin der RUB berichten die Forscher von ihrer Arbeit.

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02.03.2020 Ein neues Werkzeug für die An- und Abschaltung von Proteinen

Mit Licht verschiedener Wellenlänge lassen sich Proteine steuern. Dank eines neuen Werkzeugs sogar mehrere gleichzeitig.

Lichtsensitive Proteine, auch optogenetische Werkzeuge genannt, können durch Lichtimpulse an- und ausgeschaltet werden und dadurch gezielt zelluläre Prozesse auslösen. Ein Forschungsteam der Ruhr-Universität Bochum (RUB) hat mit dem Protein Parapinopsin ein neues optogenetisches Werkzeug charakterisiert, das sich mit sehr schwachen und kurzen Lichtsignalen schalten lässt. Die dafür notwendigen Anregungswellenlängen unterscheiden sich stark von denen, die andere bekannte optogenetische Werkzeuge schalten. Hierdurch wird es möglich, zwei solcher Werkzeuge parallel zu nutzen. Davon berichten die Teams von Prof. Dr. Stefan Herlitze und Prof. Dr. Klaus Gerwert in der Titelgeschichte des Journals Chembiochem vom 2. März 2020.

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25.02.2020 Was wir sehen, beeinflusst, was wir fühlen

Warum der Rücken weniger schmerzt, wenn wir ihn ansehen.

Chronischer Rückenschmerz bessert sich, wenn die Betroffenen eine kurze Zeit eine Echtzeitaufnahme ihres Rückens anschauen. Das Zuschauen steigert auch die Wirksamkeit von Therapien wie zum Beispiel einer Massage. Das haben Untersuchungen des Teams von Prof. Dr. Martin Diers von der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am LWL-Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum (RUB) gezeigt. Die Spezialisten empfehlen daher die sogenannte multisensorische Integration bei der Behandlung von Schmerzen.
Einen ausführlichen Beitrag zu dem Thema finden Sie im Wissenschaftsmagazin Rubin.

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05.02.2020 Parkinson und das Immunsystem

Gene, die mit Parkinson in Zusammenhang stehen, weisen auf eine Schnittstelle zwischen Nervensystem und Immunsystem hin. Das liefert Hinweise auf mögliche Therapien.

Mutationen im Parkin-Gen sind eine häufige Ursache für erbliche Formen der Parkinson-Erkrankung. Das benachbarte Parkin-co-regulierte Gen PACRG reguliert ähnlich wie Parkin einen Signalweg, der eine wichtige Rolle beim angeborenen Immunsystem spielt. Das hat ein Forschungsteam um Prof. Dr. Konstanze Winklhofer vom Lehrstuhl Molekulare Zellbiologie der Ruhr-Universität Bochum (RUB) herausgefunden. Das Team konnte somit einen weiteren Beleg dafür erbringen, dass es Schnittstellen zwischen dem Nervensystem und Immunsystem gibt. Die Forscherinnen und Forscher hoffen, dass die Protagonisten oder Antagonisten dieses Signalweges sich möglicherweise für therapeutische Interventionen eignen. Sie berichten in der Coverstory der Zeitschrift Science Signalling vom 4. Februar 2020.

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07.01.2020 Vernachlässigung im Kindesalter beeinflusst spätere Gehirngröße

Wenig soziale Kontakte, kaum kognitive Anreize, schlechte Hygiene und Ernährung – das hat Folgen bis ins Erwachsenenalter.

Erwachsene, die als Kinder aus rumänischen Heimen adoptiert wurden, haben kleinere Gehirne als Adoptierte, die keine vergleichbare Vernachlässigung im Kindesalter erfahren haben. Je mehr Zeit die Kinder im Heim verbracht hatten, desto geringer war ihr Gehirnvolumen später. Das berichtet ein internationales Forschungsteam unter Federführung des King’s College London in der Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences, kurz PNAS, vom 6. Januar 2020. An der Arbeit beteiligt war auch Prof. Dr. Robert Kumsta von der Ruhr-Universität Bochum.

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Pressemitteilungen 2019

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10.12.2019 ERC Consolidator Grant für Bochumer Neurowissenschaftler

Foto Nikolai Axmacher

Mit den Fördermitteln vom Europäischen Forschungsrat will Nikolai Axmacher ergründen, wie das Gehirn die räumliche Navigation bewerkstelligt. Die Ergebnisse sind auch für die Alzheimer-Forschung relevant.

Für seine Forschung zu den neuronalen Grundlagen der räumlichen Navigation beim Menschen erhält Prof. Dr. Nikolai Axmacher von der Ruhr-Universität Bochum (RUB) einen Consolidator Grant des European Research Council, kurz ERC. Die Förderung beträgt 2 Millionen Euro für fünf Jahre. Axmacher interessiert sich unter anderem für Rasterzellen, für die bei Nagetieren eine zentrale Rolle bei der Navigation nachgewiesen wurde, aber deren Funktionsweise beim Menschen weitgehend ungeklärt ist. Die Forschung könnte auch neue Einblicke in frühe Gehirnveränderungen bei der Alzheimer-Krankheit erlauben.

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09.12.2019 Wie Schlagzeugspielen das Gehirn verändert

Das jahrelange Spielen des Instruments hinterlässt deutliche Spuren.

Menschen, die jahrelang regelmäßig Schlagzeug spielen, unterscheiden sich in Hirnstruktur und -aktivität von unmusikalischen Menschen. Die Ergebnisse einer neuen Studie von Bochumer Forschern deuten darauf hin, dass Schlagzeuger weniger, aber dafür dickere Fasern im Hauptverbindungstrakt zwischen den beiden Hirnhälften besitzen. Außerdem sind ihre motorischen Hirnareale effizienter organisiert. Zu diesem Schluss kommt ein Forschungsteam um Dr. Lara Schlaffke vom Universitätsklinikum Bergmannsheil in Bochum und Privatdozent Dr. Sebastian Ocklenburg von der Arbeitseinheit Biopsychologie der Ruhr-Universität Bochum nach einer Studie mit der Magnetresonanztomografie (MRT). Die Ergebnisse sind in der Zeitschrift Brain and Behavior veröffentlicht, online seit dem 4. Dezember 2019.

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04.12.2019 Darm könnte an der Entstehung von Multipler Sklerose beteiligt sein

Simon Faissner

Der Darm steht schon länger im Verdacht, eine Rolle bei der Autoimmunkrankheit zu spielen. Ein Forschungsteam hat nun Hinweise auf einen möglichen Mechanismus entdeckt.

Welche Faktoren dazu führen, dass sich das Immunsystem bei Patientinnen und Patienten mit Multipler Sklerose (MS) gegen körpereigene Zellen richtet, sind weitgehend unbekannt. Einen potenziellen Faktor beschreibt ein Forschungsteam in der Zeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences“, kurz PNAS.

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28.11.2019 Neues Medikament gegen Neuromyelitis optica erfolgreich getestet

Die seltene Autoimmunkrankheit ist verwandt mit der Multiplen Sklerose – aber verläuft meist schwerwiegender.

Ein internationales Forschungskonsortium hat das Medikament Satralizumab erstmals in einer Phase-III-Studie an Patienten getestet. Der Wirkstoff ist zur Therapie der Autoimmunkrankheit Neuromyelitis optica gedacht, die mit der Multiplen Sklerose verwandt ist, aber deutlich seltener auftritt. Patientinnen und Patienten, die zusätzlich zu einer Basis-Immuntherapie mit Satralizumab behandelt wurden, erlitten seltener einen Rückfall als Patienten, die ein Plazebo erhielten. Satralizumab hatte jedoch keinen Effekt auf Schmerzen und Müdigkeit. Die Ergebnisse sind am 28. November 2019 online im New England Journal of Medicine erschienen.

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25.11.2019 Herantasten an die Berührungswahrnehmung im Gehirn

Gehirn

Größere Teile der Großhirnrinde als gedacht verarbeiten taktile Reize.

Mehr als zehn Prozent der Großhirnrinde sind an der Verarbeitung von Informationen unseres Tastsinns beteiligt – ein größerer Bereich als zuvor angenommen. Das ist das Ergebnis einer gemeinsamen Studie von Forschern des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig und der Ruhr-Universität Bochum, die am 18. November 2019 online in der Fachzeitschrift Scientific Reports veröffentlicht wurde.

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25.10.2019 Pille beeinflusst Effektivität von Angsttherapie

Bei Spinnenangst und vielen anderen Phobien kann eine Konfrontationstherapie helfen. Wie wirksam diese ist, scheint auch davon abzuhängen, ob jemand hormonell verhütet.

Wie sich die Einnahme von hormonellen Verhütungsmitteln auf die Effektivität einer Angsttherapie auswirkt, haben Psychologen der Ruhr-Universität Bochum untersucht. Sie zeigten, dass Frauen, die die Pille einnahmen, weniger von einer Konfrontationstherapie profitierten, als Frauen, die keine oralen Kontrazeptiva einnahmen. Die Ergebnisse beschreibt ein Team um Friederike Raeder und Prof. Dr. Armin Zlomuzica im Journal of Psychiatric Research, online vorab veröffentlicht am 28. September 2019.

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24.10.2019 Warum es künstliche Intelligenz eigentlich noch nicht gibt

künstliche Intelligenz

Die Prozesse, die der künstlichen Intelligenz heute zugrunde liegen, sind eigentlich dumm. Bochumer Forscher arbeiten daran, sie schlauer zu machen.
Umbruch, Revolution, Megatrend, vielleicht auch Gefahr: Das Thema künstliche Intelligenz durchdringt alle Branchen, beschäftigt sämtliche Medien. Forscherinnen und Forscher des Instituts für Neuroinformatik an der Ruhr-Universität Bochum (RUB) befassen sich seit 25 Jahren damit. Ihr Credo: Damit Maschinen wirklich intelligent agieren können, müssen neue Ansätze maschinelles Lernen erst einmal effizienter und flexibler machen.

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30.09.2019 Jacqueline Reinhard erhält Auszeichnung für Glaukomforschung

Foto-Glaukomforschung-Dr Reinhard

Die Nachwuchswissenschaftlerin will verstehen, wie es zu der Augenkrankheit Grüner Star kommt und wie sich dieser besser behandeln lässt.

Dr. Jacqueline Reinhard vom Lehrstuhl für Zellbiologie und Molekulare Neurobiologie der Ruhr-Universität Bochum ist für ihre Forschung an der Augenkrankheit Grüner Star ausgezeichnet worden.

Die Biologin hat den Glaukomforschungspreis der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft erhalten. Sie nahm den mit 5.000 Euro dotierten und von der Firma Santen gestifteten Preis am 28. September 2019 auf der Jahrestagung der Gesellschaft in Berlin entgegen.

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17.09.2019 Vor- und Nachteile der Genschere

Thorsten Müller

Kombiniert mit weiteren Verfahren könnte die Crispr-Technologie eines Tages Tierversuche überflüssig machen, meinen die Autoren eines Übersichtsartikels in „Trends in Cell Biology“.

Die Crispr-Technologie hat das Verändern des Erbguts um ein Vielfaches einfacher gemacht. Vor- und Nachteile der Methode diskutieren Privatdozent Dr. Thorsten Müller von der Ruhr-Universität Bochum und Dr. Hassan Bukhari von der Harvard Medical School in einem Übersichtsartikel in der Fachzeitschrift „Trends in Cell Biology“ vom 12. September 2019. Potenzial für die künftige Forschung sehen sie vor allem dadurch, die Crispr-Technik auf Stammzellen anwendbar zu machen.

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11.09.2019 Psychisch kranke Avatare

Im Frühjahr 2020 sollen die Avatare erste Gehversuche machen. Medizinstudierende können mit ihnen Untersuchungsgespräche üben.

Medizinstudierende der Ruhr-Universität Bochum (RUB) werden künftig die Möglichkeit haben, psychiatrische Untersuchungsgespräche mit Avataren zu führen. „Das ermöglicht es ihnen, mit Patienten aller Krankheitsbilder und Schweregrade zu üben und das Panorama zu erweitern“, erklärt Projektleiterin Privatdozentin Dr. Paraskevi Mavrogiorgou von der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Präventivmedizin. Ausgestattet mit einer Virtual-Reality-Brille werden die Studierenden diese Avatare in einem dreidimensionalen Raum zur Untersuchung – die Experten sagen Exploration – treffen können. Die Klinik plant den Einsatz der Avatare ab Sommersemester 2020.

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23.08.2019 Neue Ansätze zur Heilung verletzter Nerven

Fischer-Leibinger

Verhindert man die Abschaltung eines Proteins, könnte darin der Schlüssel zur Reparatur des Zentralen Nervensystems liegen.

Verletzungen von Nervenfasern an Gehirn, Rückenmark und Sehnerven haben in der Regel funktionelle Verluste zur Folge, weil die Nervenfasern nicht regenerationsfähig sind. Ein Team des Lehrstuhls Zellphysiologie der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Prof. Dr. Dietmar Fischer hat neue Mechanismen entschlüsselt, die die Regeneration solcher Fasern ermöglicht. Das könnte neue Therapieansätze bei Hirn-, Sehnerv- und Rückenmarksverletzungen eröffnen. Die Forscherinnen und Forscher berichten diese Ergebnisse in der Zeitschrift Nature Communications Biology vom 23. August 2019.

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20.08.2019 Wie Multiple Sklerose besser therapiert werden könnte

Neue Medikamente haben bei der schleichend verlaufenden Form der Krankheit bislang keinen durchschlagenden Therapieerfolg erzielt. Die Gründe sind vielfältig.

Bislang existierende Medikamente gegen Multiple Sklerose (MS) können hauptsächlich die anfänglich schubweise verlaufende Erkrankung lindern. Bei vielen Patienten geht die Erkrankung jedoch später in eine progrediente MS über, bei der die Behinderungen der Betroffenen schleichend zunehmen. Diese Form lässt sich derzeit nicht ausreichend behandeln. Mögliche Gründe für das Ausbleiben einer effektiven Therapie gegen progrediente MS hat ein internationales Forscherteam in einem Übersichtsartikel in der Zeitschrift „Nature Reviews Drug Discovery“ vom 9. August 2019 zusammengetragen.

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02.08.2019 Lichtaktivierbare Proteine gezielt herstellen

Bislang verläuft die Entwicklung hauptsächlich nach dem Prinzip „Versuch und Irrtum“. Eine neue Methode könnte künftig viel Zeit sparen.

Eine neue Strategie für das Design lichtsensitiver Proteine haben Forscherinnen und Forscher der Ruhr-Universität Bochum (RUB) entwickelt. Das Team um Prof. Dr. Stefan Herlitze, Lehrstuhl für Allgemeine Zoologie und Neurobiologie der RUB, und Prof. Dr. Klaus Gerwert, Lehrstuhl für Biophysik der RUB, berichtet zusammen mit einem Kollegen aus Münster über das Verfahren in der Zeitschrift „Chembiochem“, die dem Thema das Cover der Ausgabe vom 15. Juli 2019 widmete.

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31.07.2019 Wie das Gehirn von Menschen mit großem Allgemeinwissen aussieht

Wie heißt die Hauptstadt von Tadschikistan? Wann stellte Einstein seine berühmte Relativitätstheorie auf? Und wann starb Goethe? Manche Menschen scheinen auf jede Wissensfrage eine Antwort zu haben. Warum? Darum.

Die Gehirne von Menschen mit hohem Allgemeinwissen sind besonders effizient vernetzt. Das zeigten Neurowissenschaftlerinnen und -wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum und der Humboldt-Universität zu Berlin mittels Magnetresonanztomografie. Die Ergebnisse schildert das Team im European Journal of Personality vom 28. Juli 2019.

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16.07.2019 Warum zwei von drei Babys links gewiegt werden

Ein Bochumer Forscherteam wertete 40 Studien aus 60 Jahren aus.

Mehr als zwei Drittel aller Menschen tragen ein Baby vorzugsweise auf dem linken Arm. Bei Frauen sind es sogar drei Viertel, ebenso unter Rechtshänderinnen und Rechtshändern. Das ist das Ergebnis einer Analyse von 40 Studien aus den vergangenen 60 Jahren, die ein Team aus der Biopsychologie der Ruhr-Universität Bochum (RUB) durchgeführt hat. Als einen Grund für diese Vorliebe nehmen die Experten an, dass die Verarbeitung von Emotionen vor allem in der rechten Gehirnhälfte erfolgt, die mit der linken Körperseite verknüpft ist. Das Team um Erstautor Julian Packheiser berichtet im Journal Neuroscience and Biobehavioral Reviews vom 26. Juni 2019.

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11.07.2019 Wie sich Aufschieber und Macher genetisch unterscheiden

Die Steuererklärung immer noch nicht fertig und den Hausputz auf nächste Woche verschoben? Schuld könnten die Gene sein. Zumindest bei Frauen.

Manche Menschen neigen dazu, Handlungen aufzuschieben. Bei Frauen geht dieser Charakterzug mit der genetischen Veranlagung einher, einen höheren Dopaminspiegel im Gehirn zu besitzen. Das fanden Forscherinnen und Forscher der Ruhr-Universität Bochum und der Technischen Universität Dresden mit genetischen Analysen und Fragebögen heraus. Bei Männern konnten sie diesen Zusammenhang nicht feststellen.
In der Zeitschrift Social Cognitive and Affective Neuroscience, vorab online veröffentlicht am 3. Juli 2019, berichtet Erhan Genç unter anderem zusammen mit Caroline Schlüter, Dr. Marlies Pinnow, Prof. Dr. Dr. h. c. Onur Güntürkün, Prof. Dr. Christian Beste und Privatdozent Dr. Sebastian Ocklenburg über die Ergebnisse.

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05.07.2019 Forschungsbau Think an der Ruhr-Universität ist auf gutem Weg

Forschungsbau THINK

Ein weiterer wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Exzellenz-Uni.

Die Wissenschaftskonferenz hat am 5. Juli 2019 die Förderung des Forschungsbaus Think an der Ruhr-Universität Bochum (RUB) entschieden – der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB NRW) setzt die Gebäudeplanung weiter fort.
Nachdem der Wissenschaftsrat die Förderung des Forschungsbaus Think (Zentrums für Theoretische und Integrative Neuro- und Kognitionswissenschaft) im Mai 2019 empfohlen hatte, hat jetzt die Wissenschaftskonferenz die Förderung endgültig entschieden.

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05.07.2019 Potenzielles Huntington-Medikament verträglich

Ein Medikament gegen Morbus Huntington zielt darauf ab, die Belastung des Gehirns durch schadhafte Genprodukte zu reduzieren. Erstmals hat ein Konsortium bei Patienten untersucht, wie verträglich die Substanz ist.

Die Ergebnisse zur Verträglichkeit berichten die Forscherinnen und Forscher im New England Journal of Medicine vom 13. Juni 2019. Das University College London koordinierte die Studie. In Deutschland beteiligt waren die Abteilung für Neurologie des Universitätsklinikums Ulm/Universitäts- und Rehabilitationskliniken Ulm (Prof. Dr. Bernhard Landwehrmeyer), das Huntington-Zentrum NRW am St. Josef-Hospital – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum (Prof. Dr. Carsten Saft) und die Charité – Universitätsmedizin Berlin (Prof. Dr. Josef Priller).

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04.07.2019 Wie sich das Gehirn merkt, wo man hinmöchte

Forscher haben neue Erkenntnisse gewonnen, wie bestimmte Hirnwellen beim Navigieren helfen. Sie hoffen, dass die Ansätze eines Tages Menschen mit neurodegenerativen Erkrankungen zugutekommen können.

Ein Team um Dr. Lukas Kunz, Universitätsklinikum Freiburg, und Prof. Dr. Nikolai Axmacher, Leiter der Abteilung Neuropsychologie an der Ruhr-Universität Bochum, veröffentlichte die Ergebnisse am 3. Juli 2019.

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24.05.2019 Wie Einzelzellen und Zellverbünde beim Navigieren zusammenwirken

Sowohl das Verhalten einzelner Nervenzellen als auch das Verhalten großer Zellverbünde scheinen wichtig für die räumliche Orientierung zu sein. Wie aber hängt das eine mit dem anderen zusammen?

Verschiedene Theorien dazu stellt ein internationales Autorenteam in der Zeitschrift „Trends in Cognitive Sciences“ vom 24. Mai 2019 vor. Für den Review-Artikel kooperierten Dr. Lukas Kunz vom Universitätsklinikum Freiburg, Prof. Dr. Liang Wang von der Chinese Academy of Sciences in Peking und Prof. Dr. Nikolai Axmacher von der Ruhr-Universität Bochum mit weiteren Kollegen der Columbia University in New York.

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30.04.2019 Alzheimer im Mini-Gehirn

Die Ursachen der Erkrankung liegen größtenteils im Dunkeln. An Gehirn-Organoiden aus Stammzellen wollen Forscher sie entlarven.

Die meisten Fälle von Demenz gehen auf die Alzheimer-Krankheit zurück. Über ihre Ursachen weiß man wenig. Fest steht, dass sich im Gehirn von Alzheimer-Patienten Plaques aus fehlgefalteten Proteinen bilden und dass vermehrt Nervenzellen des Gehirns absterben. Die Plaques gehen aber nicht unbedingt mit Symptomen einher. Dr. Thorsten Müller, Leiter der Arbeitsgruppe Cell Signalling am Lehrstuhl Molekulare Biochemie der Ruhr-Universität Bochum (RUB), hat andere Ablagerungen als Ursache der Krankheit in Verdacht, die sich in Zellkernen bilden. An gehirnähnlichem Gewebe will er diese These prüfen. Darüber berichtet Rubin, das Wissenschaftsmagazin der RUB.

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29.04.2019 Wie das Riechhirn das Gedächtnis beeinflusst

Foto Christina Strauch

Nichts weckt so unmittelbar Erinnerungen wie Gerüche. Warum sie für das Gedächtnis eine Sonderrolle spielen, haben zwei Neurowissenschaftlerinnen untersucht.

Wie sich Sinneswahrnehmungen im Gehirn auf Lern- und Gedächtnisprozesse auswirken, ist noch lange nicht abschließend geklärt. Einen neuen Aspekt dessen, wie Gerüche das Abspeichern von Erinnerungen beeinflussen, haben Neurowissenschaftlerinnen der Ruhr-Universität Bochum (RUB) entdeckt. Ihre Arbeit zeigt, dass der piriforme Kortex – ein Teil des Riechhirns – direkten Einfluss auf die Informationsspeicherung in unserer wichtigsten Gedächtnisstruktur, dem Hippocampus, nimmt. Dr. Christina Strauch und Prof. Dr. Denise Manahan-Vaughan berichten darüber in der Online-Ausgabe der Zeitschrift Cerebral Cortex vom 9. April 2019.

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25.04.2019 Wie Cortisol die Konfrontationstherapie bei Ängsten beeinflusst

Wenn Ängste vor Spinnen, Höhe oder dem Fliegen so extrem sind, dass sie Menschen im Alltag behindern, kann eine Verhaltenstherapie sinnvoll sein. Sie funktioniert gut, könnte aber wohl noch effizienter sein.

Wie eine Gabe des Stresshormons Cortisol die Konfrontationstherapie bei Angststörungen beeinflusst, haben Bochumer Psychologinnen und Psychologen untersucht. Aus früheren Studien war bekannt, dass Cortisol das Extinktionslernen, welches der Konfrontationstherapie zugrunde liegt, robuster machen kann. An einer Gruppe von Spinnenphobikern zeigte das Team um Prof. Dr. Armin Zlomuzica vom Zentrum für Psychotherapie der Ruhr-Universität Bochum (RUB) jedoch, dass eine Gabe von Cortisol nach der Konfrontation nicht vorteilhaft für die Patienten ist. Das Wissenschaftsmagazin Rubin der RUB berichtet.

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16.04.2019 Wie Dohlen sich merken, was sie wann wo getan haben

Dohlen

Um mit den exzentrischen Krähenvögeln zu arbeiten, braucht es Geduld und Zeit. Aber sie gehören zu den intelligentesten Vertretern im Vogelreich.

Krähenvögel sind zu Gedächtnisleistungen im Stande, die denen von Menschen nahekommen. Wie ihr Gehirn, das ganz anders als das menschliche aufgebaut ist, diese komplexen Leistungen erbringt, wollen Neurowissenschaftlerinnen und -wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum (RUB) herausfinden. Seit einem Jahr trainieren sie zwei Dohlen in einem komplexen Verhaltensversuch, in dem die Vögel lernen, sich zu merken, was sie wann wo getan haben. Neurophysiologische Untersuchungen sollen später Aufschluss über die zugrunde liegenden Prozesse im Gehirn geben. Über die Forschung der Arbeitsgruppe Avian Cognitive Neuroscience, geleitet von Dr. Jonas Rose, berichtet das Wissenschaftsmagazin Rubin der RUB.

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12.04.2019 Karriereplattform für Neurowissenschaftlerinnen gestartet

Logo Neuronexxt

Das in Bochum gegründete Netzwerk will Forscherinnen international sichtbarer machen. Zugleich ist es ein nützliches Tool für die Recherche.

An der Ruhr-Universität Bochum (RUB) ist ein neues weltweites Netzwerk für Forscherinnen in der Neurowissenschaft gestartet. Die digitale Plattform „Neuronexxt – Network for Women in Neuroscience“ will Frauen in diesem Forschungsbereich sichtbarer machen und soll als Tool bei der Suche nach Expertinnen für neurowissenschaftliche Themen dienen.

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02.04.2019 Bevacizumab gegen Hirntumoren kann kognitive Einschränkungen auslösen

Das Medikament beeinträchtigt möglicherweise die Leistung des Hippocampus.

Das Glioblastom ist die häufigste Form des Hirntumors bei Erwachsenen. Es handelt sich um eine sehr aggressive Krebsform; Patienten mit dieser Diagnose haben eine mittlere Überlebenszeit von 15 Monaten. Vor allem in den USA wird zur Behandlung von Glioblastomen der Wirkstoff Bevacizumab eingesetzt. Das Medikament ist keine Chemotherapie im klassischen Sinne, sondern eine Therapie mit einem Antikörper, der das Krebswachstum eindämmen soll. In einer großen Therapiestudie ergaben sich Hinweise darauf, dass Glioblastom-Patienten, die mit Bevacizumab behandelt wurden, kognitive Einschränkungen entwickeln können. Ein Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Ruhr-Universität Bochum (RUB) hat deshalb untersucht, wie Bevacizumab auf Nervenzellen direkt wirkt. Ihre Ergebnisse beschreiben die Forscher in der Zeitschrift Frontiers in Cellular Neuroscience, online veröffentlicht am 26. März 2019.

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27.03.2019 Wie Nervenzellen fehlgefaltete Proteine kontrollieren

Die Huntington-, Parkinson- und weitere Erkrankungen gehen mit der Fehlfaltung und Aggregation von Proteinen einher. Forscher haben einen Mechanismus entdeckt, wie sich Zellen schützen – ein Ansatz für die Therapie.

Forscherinnen und Forscher haben einen Proteinkomplex identifiziert, der fehlgefaltete Proteine markiert, von schädlichen Interaktionen mit anderen Proteinen in der Zelle abhält und sie zur Entsorgung dirigiert. Wie der sogenannte Linear Ubiquitin Chain Assembly Complex, kurz Lubac, in die Kontrolle fehlgefalteter Proteine in Zellen involviert ist, untersuchte ein interdisziplinäres Team unter Federführung von Prof. Dr. Konstanze Winklhofer, Ruhr-Universität Bochum (RUB), in Kollaboration mit der Abteilung Neurologie des St. Josef-Hospitals der RUB sowie mit Kollegen des Max-Planck-Instituts für Biochemie in Martinsried.

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14.02.2019 Rezeptorsignale in Nervenzellen steuern und sichtbar machen

Dieses neue Werkzeug schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe. Künftig könnte es bei der Erforschung verschiedener Krankheiten helfen.

Mit einem neuen optogenetischen Werkzeug ist es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gelungen, die Signale von Serotoninrezeptoren in Nervenzellen zu steuern, nachzuahmen und sichtbar zu machen. Sie modifizierten einen lichtempfindlichen Membranrezeptor aus dem Auge namens Melanopsin. Die Arbeiten beschreibt das Team der Ruhr-Universität Bochum um Dennis Eickelbeck und Prof. Dr. Stefan Herlitze in der Zeitschrift Nature Communications Biology vom 14. Februar 2019.

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23.01.2019 Ein Muskelprotein fördert die Heilung von Nerven

Normalerweise heilen verletzte Fasern in Gehirn und Rückenmark nicht. Bochumer Biologen hoffen auf neue Ansätze mittels Gentherapie.

Geschädigte Nervenfasern des Zentralen Nervensystems (ZNS) im Gehirn, Sehnerv oder Rückenmark sind normalerweise nicht regenerationsfähig. Grund dafür ist unter anderem, dass Nervenfasern die Proteine, die für ihr Nachwachsen notwendig sind, nicht oder nur unzureichend bilden. Das Team des Lehrstuhls für Zellphysiologie der Ruhr-Universität Bochum (RUB) unter Leitung von Prof. Dr. Dietmar Fischer konnte zeigen, dass unter bestimmten Bedingungen in verletzten Nervenzellen des ZNS ein Protein gebildet wird, das bisher nur in Muskelzellen beschrieben wurde. Das Muscle-LIM-Protein trug in Versuchen zur Regeneration der verletzten Nerven bei. Das Forscherteam berichtet in der Zeitschrift „Cell Reports“ vom 22. Januar 2019.

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16.01.2019 Neurofeedback hilft Lernerfolg zu steuern

Wer seinen Gehirnrhythmus selbst reguliert, kann Kapazitäten für neu zu lernendes freigeben.

Um die gigantischen Mengen an Information, die auf uns einströmen, effizient bewältigen zu können, nutzt unser Gehirn Filtersysteme. Neuronale Alpha-Oszillationen gehören dazu. Sie helfen, den Informationsfluss in bestimmten Gehirnregionen herunterzufahren. Durch ein spezielles Training lassen sich die Oszillationen gezielt beeinflussen. Ein Team des Neural Plasticity Labs am Institut für Neuroinformatik der Ruhr-Universität Bochum (RUB) und der Abteilung für Neurologie des RUB-Klinikums Bergmannsheil hat herausgefunden, dass Probanden so selbst Einfluss auf ihren Lernerfolg in einer Tastaufgabe nehmen können. Sie berichten im Journal Nature Communications vom 16. Januar 2019.

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16.01.2019 Klinische Neuropsychologie - Ambulanz und Weiterbildung aus einer Hand

Als einzige deutsche Hochschule bietet die Ruhr-Universität bei dieser Weiterbildung Theorie und Praxis unter einem Dach.

Die neuropsychologische Hochschulambulanz der Ruhr-Universität Bochum (RUB) ist von der Psychotherapeutenkammer NRW ab Januar 2019 auch als Weiterbildungsstätte für alle theoretischen Grundlagen anerkannt worden. Damit verbindet die RUB bei der Weiterbildung zum Neuropsychologen auf einzigartige Weise Theorie und Praxis in einem ganzheitlichen, kompakten Konzept.

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11.01.2019 Stiftungsprofessur für Riechforscher

Hanns Hatt an der Mainzer Universität. Dort erklärt der Bochumer Riechforscher im Sommersemester 2019, wie der Geruchssinn funktioniert.

Prof. Dr. Dr. Dr. habil. Hanns Hatt vom RUB-Lehrstuhl für Zellphysiologie besetzt im Sommersemester 2019 die Stiftungsprofessur der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Er will dort einem breiten Publikum das Thema „Die Macht der Düfte: Alles über das Riechen und wie es unser Leben bestimmt“ vermitteln.

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Pressemitteilungen 2018

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19.12.2018 Das therapeutische Potenzial von Duftrezeptoren

Duftrezeptoren kommen in allen Geweben des Körpers vor und können dabei unterschiedliche Signalwege aktivieren. Das löst viele verschiedene Wirkungen in den Zellen aus.

Zellwachstum, Hormonregulation und das Freisetzen von Botenstoffen sind nur drei von vielen Prozessen, die Riechrezeptoren im Körper kontrollieren. Wie es ihnen gelingt, in so vielfältige Funktionen des Körpers einzugreifen, beschreibt ein Übersichtsartikel in der Zeitschrift „Nature Reviews Drug Discovery“. Der Duftforscher Prof. Dr. Dr. Dr. habil. Hanns Hatt, Ruhr-Univesität Bochum, veröffentlichte ihn gemeinsam mit Dr. Sung-Joon Lee, Korea University, und Prof. Dr. Inge Depoortere, Catholic University of Leuven, am 30. November 2018.

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19.12.2018 Wie das Gehirn reagiert, wenn man blind wird

Das Erblinden wirkt sich auf alle Sinne aus. Aber auch auf das Gedächtnis.

Wenn Mäuse kurz nach der Geburt aufgrund eines Gendefekts erblinden, hat das weitreichende Auswirkungen sowohl auf die Organisation der Großhirnrinde als auch auf die Gedächtnisleistung. Zu diesem Schluss kommen Forscherinnen und Forscher der Ruhr-Universität Bochum in einer Studie, die sie am 7. Dezember 2018 online in der Zeitschrift „Cerebral Cortex“ veröffentlichten.

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17.12.2018 Neues Trainingskonzept gegen Demenz

Mit einer Kombination aus körperlichem und geistigem Training will das Projektteam kognitiven Beeinträchtigungen vorbeugen.

Eine Demenz ist nicht heilbar, es ist aber möglich, ihren Verlauf zu verlangsamen: An diesem Punkt setzt das neue Forschungsprojekt „go4cognition“ an, an dem Forscher des BG Klinikum Duisburg, der Ruhr-Universität Bochum und der Hamburger Fernhochschule beteiligt sind. Ein interdisziplinäres Team aus Spezialistinnen und Spezialisten verschiedener Institutionen – unter anderem Neuropsychologen, Sportwissenschaftler, Ärzte, Pflegewissenschaftler und Softwareentwickler – will darin ein System entwickeln, das die geistigen Fähigkeiten der Studienteilnehmer mit einer Demenz-Vorstufe verbessert oder zumindest auf dem aktuellen Niveau hält.

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13.12.2018 Förderung - Chorea Huntington

Förderung von Diagnostik, Therapie und Forschung

Das Katholische Klinikum Bochum, Universitätsklinikum der RUB, erhält eine Förderung über 5 Millionen Euro vom Land Nordrhein-Westfalen. Ziel ist, die Diagnostik, Therapie und Erforschung der Huntington-Erkrankung weiter zu verbessern.

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07.12.2018 Neue DFG-Forschungsgruppe - Szenarien der Vergangenheit

Wenn wir uns an etwas zu erinnern versuchen, rufen wir ein Szenario auf. Es wird erst konstruiert, während wir zurückdenken, meinen Forscher.

Hab ich die Kaffeemaschine zu Hause ausgeschaltet? Diese einfache Frage setzt in unserem Gehirn komplexe Prozesse in Gang, die dazu führen, dass wir ein Szenario konstruieren, in dem die Handlung vorkommt, an die wir uns zu erinnern versuchen. Solche Prozesse sind wenig erforscht, aber unverzichtbar für unseren Alltag. Ihnen auf die Spur zu kommen ist Ziel einer neuen Forschungsgruppe unter Leitung von Prof. Dr. Sen Cheng vom Institut für Neuroinformatik der Ruhr-Universität Bochum (RUB), die die Deutsche Forschungsgemeinschaft ab 1. Juli 2019 für drei Jahre fördert.

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03.12.2018 Glutamatrezeptor beeinflusst, wie sich Hirnzellen entwickeln

Bisher dachte man, dass dieses Protein nur bei Erwachsenen eine Rolle spielt. Doch das stimmt nicht.

Über ihre Ergebnisse berichten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Dr. Alexander Jack und Prof. Dr. Petra Wahle von der Arbeitsgruppe Entwicklungsneurobiologie in der Fachzeitschrift Molecular Neurobiology vom 12. November 2018.

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30.11.2018 Schalter für die Regeneration von Nervenzell-Isolierschicht entdeckt

Bei Krankheiten wie Multipler Sklerose degeneriert die Isolierschicht der Nervenbahnen. Neue Erkenntnisse könnten einen Ansatz für die pharmakologische Therapie liefern.

Ein internationales Forscherteam hat einen Mechanismus entdeckt, der die Regeneration der Isolierschicht von Nervenzellfortsätzen steuert. Diese Isolierung, auch Myelinscheide genannt, ist entscheidend für eine schnelle Signalübertragung zwischen den Zellen. Schäden an der Myelinscheide, wie sie bei Multipler Sklerose vorkommen, können die Funktion des Nervensystems stark beeinträchtigen. In der Zeitschrift „Glia“ beschreibt das Team um Dr. Annika Ulc, Dr. Simon van Leeuwen und Prof. Dr. Andreas Faissner von der Ruhr-Universität Bochum, die Ergebnisse gemeinsam mit Kollegen aus Edinburgh, Münster und Hannover.

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23.11.2018 Malwettbewerb für Schüler und Schülerinnen

Wo sitzen eigentlich Stolz, Liebe und Wut?

Eine Ausstellung in der Universitätsbibliothek der RUB zeigt, wie Kinder sich ihre Gefühle vorstellen. Die Ausstellung basiert auf einem Malwettbewerb, ausgerichtet von der International Graduate School of Neuroscience und dem Sonderforschungsbereich 874 für Schülerinnen und Schüler der 3. und 4. Klasse an Bochumer Grundschulen. Das Thema lautete: „Gefühlsdetektive – Spurensuche im Kopf: Wo sitzen eigentlich Stolz, Liebe und Wut?“.

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12.11.2018 Forschungspreis - Mit Stammzellen die Duchenne-Muskelerkrankung verstehen

Das Forschungsteam der RUB will die Grundlagen der Erbkrankheit untersuchen. Dafür bekommt es 50.000 Euro.

Patienten mit Duchenne-Muskeldystrophie leiden von Kindheit an unter Muskelschwäche und werden selten über 30 Jahre alt. Die Krankheit besser zu verstehen ist Ziel von Prof. Dr. Beate Brand-Saberi, Privatdozent Dr. Holm Zähres und Prof. Dr. Katrin Marcus. Dem Forschungsteam der RUB wurde am 10. November 2018 der mit 50.000 Euro dotierte Forschungspreis der Deutschen Duchenne-Stiftung verliehen.

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31.10.2018 Wie es zur Dominanz von einer Hirnhälfte über die andere kommt

Die Mechanismen sind viel komplexer als bislang gedacht.

Linke und rechte Hirnhälfte sind auf unterschiedliche Aufgaben spezialisiert. Wie genau es einer Hemisphäre gelingt, bei einer bestimmten Funktion Dominanz über die andere zu gewinnen, ist jedoch unklar. Neue Erkenntnisse dazu beschreiben Biopsychologen der Ruhr-Universität Bochum in der Zeitschrift „Cell Reports“, online veröffentlicht am 30. Oktober 2018.

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29.10.2018 Warum Menschen beim Küssen und Umarmen Seitenvorlieben haben

Eine Umarmung beginnt man in der Regel mit der rechten Hand. Ähnliche Präferenzen gibt es auch bei anderen sozialen Berührungen. Ob man Rechts- oder Linkshänder ist, spielt dabei eine Rolle. Aber nicht nur.

Bei Berührungen in sozialen Kontexten, etwa beim Küssen oder Umarmen, haben Menschen häufig eine Seitenpräferenz, neigen den Kopf zum Beispiel eher nach rechts als nach links beim Küssen. Zu den Ursachen gibt es verschiedene Theorien. In einem Übersichtsartikel in der Zeitschrift „Neuroscience und Biobehavioral Reviews“ tragen Forscherinnen und Forscher der Ruhr-Universität Bochum, der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und der Victoria University of Wellington bislang existierende Daten zusammen, anhand derer sie die Theorien überprüfen. Der Artikel wurde im Oktober 2018 online veröffentlicht.

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25.10.2018 Grünen Star dank Biomarkern früh entdecken

Diese Augenkrankheit führt oft zum Erblinden. Ein schnelles Eingreifen könnte das verhindern.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum haben neue potenzielle Biomarker identifiziert, die helfen könnten, die Augenkrankheit Glaukom, auch bekannt als Grüner Star, bei Patienten früher zu erkennen.

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17.10.2018 Zwei neue Forschungsprojekte zum Gedächtnis in Bochum

Die beiden Projekte wollen bislang unbekannte neuronale Grundlagen des Arbeitsgedächtnisses aufdecken und widersprüchliche Befunde zum Einfluss von Stress auf das Gedächtnis in Einklang bringen.

Mit dem Einfluss von Stress auf das Langzeitgedächtnis und mit den neuronalen Grundlagen des Arbeitsgedächtnisses beschäftigen sich zwei neue Forschungsprojekte am Institut für Kognitive Neurowissenschaft der Ruhr-Universität Bochum (RUB). Die Deutsche Forschungsgemeinschaft und die Netherlands Organization for Scientific Research finanzieren sie im Rahmen des Förderprogramms „Open Research Area for the Social Sciences“. Insgesamt fließen rund eine Million Euro an die RUB.

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15.10.2018 Was im Gehirn passiert, wenn sich die Sinne schärfen

Übung macht den Meister – zum Beispiel, wenn es darum geht, feine Unterschiede sehen oder hören zu können. Das klappt aber nur, weil Nervenzellen Teamplayer sind.

Neue Erkenntnisse über das sogenannte perzeptuelle Lernen beschreibt die Gruppe aus Großbritannien, Deutschland, Italien und den USA in der renommierten Zeitschrift Nature Communications vom 12. Oktober 2018.

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12.10.2018 Hirnwellen ermöglichen Einblicke ins Navigationssystem des Gehirns

Die Ergebnisse eröffnen neue Ansätze für die frühe Alzheimer-Diagnostik.

Das Gehirn legt eine Art Landkarte unserer Umgebung an, was eine zuverlässige räumliche Navigation erlaubt. Charakteristika dieses Navigationssystems sind auch in Hirnwellen vorhanden, die mit Tiefenelektroden im menschlichen Gehirn messbar sind. Das berichten Forscher des Universitätsklinikums Freiburg, der RUB und der Universität Peking in der Zeitschrift Current Biology vom 11. Oktober 2018.

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05.10.2018 Wie das Gehirn im Schlaf lernt

Schlaf hilft, Erinnerungen zu festigen. Wie genau das funktioniert, haben Forscher aus Bochum und Bonn untersucht. Auch Dinge, die wir vergessen, sind nicht sofort weg.

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17.09.2018 Pflanzenwirkstoff beschleunigt Heilung verletzter Nerven

Trotz intensiver Forschung ist es in den vergangenen 30 Jahren nicht gelungen, die Behandlung von Nervenverletzungen wesentlich zu verbessern. Das könnte sich jetzt ändern.

Schäden an Nerven heilen sehr langsam oder gar nicht, oft bleiben dauerhafte Lähmungen zurück. Bisher gibt es kein wirksames Medikament, das die Heilung verbessert oder beschleunigt. Neurobiologen der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um den neu auf den Lehrstuhl für Zellphysiologie berufenen Prof. Dr. Dietmar Fischer haben jetzt eine mögliche Wirkstoffklasse ausgemacht: Bei Mäusen und Ratten konnten sie zum ersten Mal zeigen, dass ein Wirkstoff aus dem Mutterkraut nach einer Verletzung des Ischiasnervs die Nervenfunktion deutlich verbessert. In einem neuen Projekt, das im Oktober 2018 startet, wollen sie untersuchen, ob die Substanz auch bei anderen Verletzungsarten oder Nervenschmerzen wirksam ist. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Vorhaben mit rund 1,25 Millionen Euro für zunächst drei Jahre. Ziel ist es, ein Medikament zu entwickeln.

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07.09.2018 So vergisst das Gehirn mit Absicht

Zwei Hirnregionen haben scheinbar eine Schlüsselrolle beim Vergessen.

Was im Gehirn passiert, wenn Menschen willentlich etwas vergessen, hat ein Team der Ruhr-Universität Bochum und des Universitätsklinikums Gießen und Marburg gemeinsam mit Kollegen aus Bonn, den Niederlanden und Großbritannien erforscht. Sie identifizierten zwei Hirnbereiche – den präfrontalen Kortex und den Hippocampus –, deren Aktivitätsmuster charakteristisch für den Prozess des Vergessens sind. Die Hirnaktivität maßen sie bei Epilepsie-Patienten, denen zur Operationsplanung Elektroden in das Gehirn implantiert worden waren. Die Ergebnisse beschreiben die Forscherinnen und Forscher um Carina Oehrn und Prof. Dr. Nikolai Axmacher in der Zeitschrift Current Biology, online veröffentlicht am 6. September 2018.

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04.09.2018 Hanns Hatt bleibt Präsident der Union der Akademien

Der RUB-Biologe Prof. Dr. Dr. Dr. habil. Hanns Hatt hat am 1. September 2018 seine zweite Amtszeit als Präsident der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften angetreten. Er wurde im April im Amt bestätigt und hat es für die kommenden drei Jahre inne. Eine erneute Wiederwahl ist nicht möglich.

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03.09.2018 Unterdrückte Erinnerungen bei traumatisierten Geflüchteten

Krieg, Folter, Naturkatastrophen – emotionale Extremerfahrungen können zu posttraumatischer Belastungsstörung führen. Aber nicht alle Menschen sind gleich empfänglich für die Krankheit.

Was im Gehirn passiert, wenn Menschen mit posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) versuchen, Erinnerungen willentlich zu unterdrücken, hat ein internationales Forscherteam analysiert. Bei einem Gedächtnistest zeichneten sie mittels Magnetenzephalografie die Hirnaktivität von schwer traumatisierten Geflüchteten auf und verglichen die Ergebnisse bei Teilnehmern mit und ohne PTBS. Die Daten geben Hinweise auf die neuronalen Grundlagen von wiederkehrenden traumatischen Erinnerungen und für die Therapie.

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29.08.2018 Brain Day - Hirnforschung zum Anfassen

Milliarden Nervenzellen arbeiten in unseren Köpfen auf Hochtouren. Wie sie dabei unser Leben beeinflussen, erklären Neurowissenschaftler einmal im Jahr der breiten Öffentlichkeit.

Die Hirnforscher der RUB laden zum Brain Day ein. Am 19. September 2018 dreht sich alles um aktuelle Forschungsergebnisse aus den Neurowissenschaften. Zwischen 13 und 17 Uhr erwarten die Gäste im Veranstaltungszentrum der RUB Vorträge, Präsentationen und Mitmach-Aktionen rund um die neuesten Themen aus der Hirnforschung.

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29.08.2018 Wie sich das Gehirn von Huftieren entwickelt

Meist wird die Hirnentwicklung an Nagetieren untersucht. Von diesen kann man aber nicht einfach auf alle Säugetiere schließen.

Huftiere müssen sofort nach ihrer Geburt mit ihren Herden ziehen und kommen daher mit nahezu komplett ausgereifter Wahrnehmung und Motorik auf die Welt. Über ihre Gehirnentwicklung ist bislang wenig bekannt. Denn diese ist überwiegend an unreif geborenen Spezies, beispielsweise Nagetieren, erforscht worden. Neue Einblicke in die Entwicklung des zentralen Nervensystems bei Huftieren hat ein Team der Ruhr-Universität Bochum um Laura Ernst und Prof. Dr. Petra Wahle aus der Arbeitsgruppe Entwicklungsneurobiologie gemeinsam mit Kollegen aus Heidelberg und Spanien sowie vom Regionalverband Ruhr Grün gewonnen. Die Ergebnisse sind in der Zeitschrift „Brain Structure and Function“ vom 9. August 2018 beschrieben.

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24.08.2018 Wie sich das Gehirn nach einem Schlaganfall repariert

Mit einer neuen Mikroskopietechnik haben die Forscher erstmals Veränderungen einer bestimmten Struktur in der Umgebung der Nervenzellen sichtbar gemacht.

Wie sich die Hirnstruktur verändert, wenn sich das Gehirn nach einem Schlaganfall wieder regeneriert, haben Wissenschaftler der Universität Duisburg-Essen (UDE) und der RUB untersucht. Mit neuartiger Mikroskopietechnik beobachteten sie die Netze, die die Nervenzellen umschließen. Das Team von der Medizinischen Fakultät der UDE und vom RUB-Lehrstuhl für Zellmorphologie und Molekulare Neurobiologie beschreibt die Ergebnisse im Journal of Matrix Biology, online veröffentlicht am 6. August 2018.

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21.08.2018 Wie sich die Gehirne von Aufschiebern und Machern unterscheiden

Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen. An dieses Motto halten sich nicht alle Leute. Das könnte an zwei bestimmten Hirnregionen liegen.

Warum manche Menschen Aufgaben eher vor sich herschieben als sofort zu handeln, haben Forscherinnen und Forscher der Ruhr-Universität Bochum untersucht. Mittels Kernspintomografie identifizierten sie zwei Hirnbereiche, deren Größe und funktionelle Verknüpfung damit zusammenhängt, wie gut eine Person ihre Handlungen kontrollieren kann. Die Ergebnisse berichtet das Team um Caroline Schlüter, Dr. Marlies Pinnow, Prof. Dr. Dr. h. c. Onur Güntürkün und Dr. Erhan Genç von der Arbeitseinheit Biopsychologie in der Zeitschrift Psychological Science vom 17. August 2018.

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16.07.2018 Duftrezeptoren können viel mehr als nur riechen

Duftrezeptoren finden sich in allen menschlichen Geweben und könnten auch für die Medizin interessant sein. Dies und was noch fehlt, um ihr Potenzial zu nutzen, beschreiben Bochumer Forscher in einem Übersichtsartikel.

Zahlreiche Studien belegen mittlerweile, dass Duftrezeptoren nicht nur für das Riechen relevant sind, sondern in allen Organen eine Rolle spielen. Einen Überblick über die bereits entdeckten Rezeptoren und ihre Funktionen im menschlichen Körper geben Prof. Dr. Dr. Dr. habil. Hanns Hatt und Dr. Désirée Maßberg vom Lehrstuhl für Zellphysiologie der Ruhr-Universität Bochum in der Zeitschrift „Physiological Reviews“, online vorab veröffentlicht am 13. Juni 2018.

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12.07.2018 Warum die linke Hirnhälfte Sprache besser versteht als die rechte

Neue bildgebende Verfahren erlauben zuvor unmögliche Einblicke in die Mikrostruktur der entscheidenden Hirnregion.

Nervenzellen in der Hirnregion Planum temporale besitzen in der linken Hemisphäre mehr Verbindungen als in der rechten Hemisphäre – und das ist entscheidend für eine schnellere Sprachverarbeitung, berichten Forscherinnen und Forscher der Ruhr-Universität Bochum und der Technischen Universität Dresden in der Zeitschrift „Science Advances“. Beweise für die Sprachdominanz der linken Hemisphäre gab es bereits viele; bislang war jedoch unsicher, was auf neuroanatomischer Ebene dahintersteckt.

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14.06.2018 Proteinsequenz fördert Verzweigung von Nervenzellen

Dieses Molekül könnte helfen, Zellersatztherapien zu entwickeln.

Das Gehirn ist besonders sensibel gegenüber Erkrankungen und Verletzungen, daher bemüht sich die regenerative Medizin um Therapien für den Ersatz von Nervenzellen. Forscher der RUB und der Technischen Universität Dortmund fanden nun heraus, dass eine kurze Sequenz des Proteins Tenascin-C Nervenzellen dazu anregen kann, neue Verzweigungen zu bilden. Sie beobachteten die Effekte, nachdem sie das Eiweißmolekül zu kultivierten Maus-Nervenzellen hinzugegeben hatten. Das Team identifizierte auch einen möglichen Signalweg, der die verzweigungsfördernde Wirkung des Peptids erklären könnte.

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08.06.2018 Virtuelles Gehirn gibt Einblicke in Gedächtnisprobleme bei Depression

Die Konsequenzen von lang anhaltenden depressiven Phasen könnten weitreichender sein als bislang gedacht.

Während einer depressiven Phase verringert sich die Fähigkeit des Gehirns, neue Nervenzellen zu bilden – mit negativen Folgen für das Gedächtnis. Dass Menschen sich in depressiven Phasen schlechter an aktuelle Ereignisse erinnern, war bereits bekannt. Nun zeigten Forscher dass auch ältere Erinnerungen betroffen sein könnten. Das Team um Neuroinformatiker Prof. Dr. Sen Cheng stellte ein depressives Gehirn in einem Computermodell nach. Je länger eine depressive Phase im Modell andauerte, desto weiter reichten die Gedächtnisprobleme zurück.

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05.06.2018 Was transkranielle Magnetstimulation im Gehirn bewirkt

Das Verfahren ermöglicht eine Reorganisation der Verbindungen zwischen Nervenzellen, die für Therapien nützlich sein kann.

Neue Erkenntnisse, wie transkranielle Magnetstimulation (TMS) auf Verschaltungen von Nervenzellen wirkt, haben Forscher der Ruhr-Universität Bochum gewonnen. Sie nutzten fluoreszierende Farbstoffe, die Auskunft über die Aktivität von Nervenzellen geben. Am Beispiel von kortikalen Karten zeigten sie im Tiermodell, dass TMS-Stimulation Nervenzellverbindungen in der Sehrinde des Gehirns empfänglicher für Reorganisationsprozesse macht.

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18.05.2018 Sonderforschungsbereich 874 wird weiter gefördert

Drei Sonderforschungsbereiche gehen in die dritte Förderphase - Plasmaforscher, Tunnelbauexperten und Neurowissenschaftler freuen sich.

Die Ruhr-Universität Bochum (RUB) freut sich dreifach: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat beschlossen, drei Sonderforschungsbereiche für ihre jeweils dritte und letzte Förderperiode weiter zu finanzieren. Die Verbünde drehen sich um die Nutzung von Hochleistungsplasmen, maschinellen Tunnelbau und die Verarbeitung von Sinneseindrücken im Gehirn. Somit waren alle Anträge der RUB erfolgreich. Außerdem wurde ein neuer Sonderforschungsbereich/Transregio zum Thema Oxidkatalyse an den Universitäten Bochum und Duisburg-Essen bewilligt.

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15.05.2018 Weniger vernetzte Gehirne sind intelligenter

Die Ergebnisse klingen auf den ersten Blick paradox, vereinen aber zuvor widersprüchliche Befunde.

Je intelligenter ein Mensch ist, desto weniger vernetzt sind die Nervenzellen in seiner Großhirnrinde. Zu diesem Ergebnis kommen Neurowissenschaftler um Dr. Erhan Genç und Christoph Fraenz von der Ruhr-Universität Bochum nach einer Studie mit einer besonderen Form der Magnetresonanztomografie, die Einblicke in die mikrostrukturelle Verschaltung des Gehirns erlaubt.

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09.05.2018 Stress hilft beim Verlernen von Angst

Neue Erkenntnisse über das Extinktionslernen könnten nützlich für Therapien sein.

Stress kann positive Effekte auf das Extinktionslernen haben, bei dem zuvor erlernte Assoziationen aufgelöst werden. Wie Kognitionspsychologen der Ruhr-Universität Bochum herausfanden, sorgt Stress dafür, dass das Extinktionslernen unabhängig vom Kontext erfolgt. Das könnte zum Beispiel für Therapien von Angststörungen nützlich sein. Dr. Shira Meir Drexler, Prof. Dr. Oliver Wolf und Privatdozent Dr. Christian Merz vom Bochumer Institut für Kognitive Neurowissenschaft beschreiben die Ergebnisse in der Zeitschrift Behavior Therapy.

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03.05.2018 Biopsychologie - Krokodile hörten Klassische Musik im MRT-Scanner

Warum Felix Ströckens und Mehdi Behroozi Krokodilen im Kernspintomografen Musik vorgespielt haben.

Krokodile haben sich in den vergangenen 200 Millionen Jahren kaum verändert und stellen eine Brücke zwischen den Dinosauriern und den Vögeln dar. Ihre Untersuchung erlaubt daher einen tiefen Einblick in die Evolution. Dr. Felix Ströckens und Mehdi Behroozi gehören zu einem Forscherteam, das am Lehrstuhl für Biopsychologie der RUB die Reptilien zum ersten Mal mit der funktionellen Kernspintomografie untersuchen konnte.

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02.05.2018 Was Schnurrhaare so empfindlich macht

Entscheidend sind nicht die Tasthaare selbst, sondern etwas anderes.

Eine bestimmte Art von Nervenzellen in der sechsschichtigen Großhirnrinde verleiht Schnurrhaaren von Tieren ihre besondere Empfindlichkeit. RUB-Forscher zeigten bei Mäusen, dass das Zusammenspiel von Zellen in der sechsten Schicht des Kortex mit einer anderen Hirnregion, dem Thalamus, entscheidend dafür ist, dass Nager ihre Umgebung mit den Tasthaaren so gut beurteilen können. François Pauzin und Prof. Dr. Patrik Krieger von der Abteilung Systemische Neurowissenschaften beschreiben die Arbeiten in der Fachzeitschrift Cell Reports vom 1. Mai 2018.

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23.04.2018 Wie chronische Psychosen entstehen

Ein Rezeptor für den Botenstoff Glutamat könnte eine besondere Rolle spielen.

Was auf molekularer Ebene im Gehirn passiert, wenn eine Psychose chronisch wird, haben Neurowissenschaftlerinnen der RUB untersucht. Sie zeigten, dass der Botenstoff Glutamat am Entstehen der Krankheit beteiligt ist.

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04.04.2018 Lichtenberg-Professur

Wie Kinder die Welt sehen - Wir wissen noch erstaunlich wenig über die Entwicklung des kindlichen Gehirns. Sarah Weigelt geht dem auf den Grund.

Wie sehen Kinder die Welt? Um diese Frage kreist die Forschung von Prof. Dr. Sarah Weigelt. Die Volkswagenstiftung fördert ihre Arbeit mit einer Lichtenberg-Professur, die für eine Dauer von fünf Jahren mit knapp 1,4 Millionen Euro dotiert ist.

An der Fakultät für Psychologie besetzt Weigelt eine Professur für Entwicklungsneuropsychologie mit dem Projekttitel „Developmental Cognitive Neuroscience: The developing visual brain“.

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23.03.2018 Roboterarm mit dem Gehirn bewegen

In der virtuellen Welt untersuchen Forscher die Grundlagen für die Mensch-Maschine-Zusammenarbeit.

Für Patienten, die nach einem Unfall oder einer Erkrankung halsabwärts gelähmt sind, wäre es ein ungeheurer Gewinn an Eigenständigkeit: ein Roboterarm, der sich steuern lässt wie ein eigenes Körperteil. Die Emmy-Noether-Nachwuchsforschergruppe von Dr. Christian Klaes arbeitet daran, diesen Traum wahr zu machen.

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08.03.2018 Wie das Gehirn Stress beim Lernen kompensieren könnte

Freund oder Feind, kariert oder gestreift – das Gehirn sortiert die Umwelt ständig in Kategorien. Wie das auch unter Druck gut klappt, haben Forscher der RUB untersucht.

Wenn Menschen Situationen in Sekundenschnelle einordnen müssen, hilft es, auf gelernte Kategorien zurückgreifen zu können. Wie gut das Lernen von Kategorien in stressigen Situationen funktioniert, haben Psychologen der Ruhr-Universität Bochum mittels Elektroenzephalographie, kurz EEG, untersucht. Im „Journal of Cognitive Neuroscience“ beschreiben sie einen Mechanismus, mit dem das Gehirn Stress kompensieren könnte.

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08.03.2018 Wenn Maschinen Menschen überflügeln

Möchten wir Maschinen haben, die intelligenter sind als wir?

Neuroinformatik möchte einerseits das menschliche Gehirn verstehen, andererseits Algorithmen entwickeln, die menschliche geistige Fähigkeiten nachbilden oder gar übertreffen. Die jüngsten Erfolge des Maschinellen Lernens zeigen, dass es zunehmend gelingt, den Menschen zu überflügeln, zum Beispiel bei dem Spiel „Go“, bei bestimmten Computerspielen oder der Erkennung von Objekten in Fotos.

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05.03.2018 Wenn Zebrafinken Liebeslieder hören

Was im Gehirn von Zebrafinken bei der Wahl des Paarungspartners passiert.

Ob ein Zebrafinken-Weibchen ein Männchen als Paarungspartner wählt, hängt ganz vom Balzgesang des Männchens ab. Welche Gehirnregionen entscheiden, ob das Liebesgezwitscher zur Wahl des Partners führt, haben Forscher der Universiteit Antwerpen, der McGill University in Montreal und der Ruhr-Universität Bochum untersucht. Sie analysierten die Hirnaktivität der Vögel mit funktioneller Kernspintomografie und identifizierten eine entscheidende Region, die wie ein Knotenpunkt fungiert.

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21.02.2018 Zwei rivalisierende Theorien in einem Modell vereint

Computermodelle helfen, das Gedächtnis zu verstehen.

Schon lange diskutieren Hirnforscher darüber, ob ein bestimmter Teil des menschlichen Gedächtnisses aus zwei getrennten Systemen besteht oder nicht. Ein neues Computermodell von Bochumer Neuroinformatikern zeigt auf, wie die gegensätzlichen Theorien zusammengeführt werden könnten. Das Team um Prof. Dr. Sen Cheng und Dr. Jing Fang stellt die Ergebnisse im Fachmagazin „Neural Computation“ vor.

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24.01.2018 Gefühle entscheiden, von welcher Seite wir uns umarmen

Warum Männer-Umarmungen eine Ausnahme sind.

In emotional aufgeladenen Situationen umarmen wir uns öfter linksseitig als in neutralen Zusammenhängen. Das haben Biopsychologen der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Julian Packheiser, Noemi Rook und Privatdozent Dr. Sebastian Ocklenburg herausgefunden, indem sie über 2.500 Umarmungen auswerteten.

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22.01.2018 Umfangreiche Richtlinien für Multiple-Sklerose-Therapie veröffentlicht

Seit 1993 kommen immer wieder neue Medikamente gegen die Krankheit auf den Markt. Sie alle sind mit Chancen und Risiken verbunden. Ein Überblick fehlte bislang.

Für die medikamentöse Behandlung der Multiplen Sklerose (MS) hat ein internationales Team 20 Richtlinien zusammengestellt. Sie machen Chancen und Risiken, mit denen diese Substanzen verbunden sind, transparent und sollen Betroffene so dabei unterstützen, die passende Arznei für den jeweiligen Fall auszuwählen.

Die Richtlinien erarbeiteten 27 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Prof. Dr. Xavier Montalban von der Universitätsklinik Vall d’Hebron in Barcelona und Prof. Dr. Ralf Gold vom Bochumer Universitätsklinikum St. Josef-Hospital. Sie sind in den Fachzeitschriften „Multiple Sclerosis Journal“ und „European Journal of Neurology“ erschienen.

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Pressemitteilungen 2017

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20.12.2017 Antidepressivum könnte gegen Multiple Sklerose helfen

Forscher haben die Wirksamkeit eines altbekannten Medikaments bei einer völlig anderen Krankheit getestet.

Das Antidepressivum Clomipramin könnte auch gegen die Symptome der Multiplen Sklerose (MS) helfen, speziell gegen die progrediente Form, die ohne Schübe verläuft. Gegen diesen MS-Typ gibt es bislang kaum Medikamente. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Prof. Dr. V. Wee Yong von der University of Calgary und Dr. Simon Faissner von der Ruhr-Universität Bochum screenten 1.040 generisch erhältliche Medikamente und fanden darunter eines, das basierend auf präklinischen Untersuchungen für die Multiple-Sklerose-Therapie infrage kommt. In der Zeitschrift „Nature Communications“ vom 19. Dezember 2017 berichten sie über ihre Ergebnisse.

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18.12.2017 Wie aus Gerüchen Langzeiterinnerungen werden

Der Duft von Omas Weihnachtsplätzchen oder das Parfüm des ersten Schwarms – manche Gerüche sind wie ein Schlüssel zu einer Tür in die Vergangenheit.

Welche Bereiche des Gehirns dafür verantwortlich sind, dass ein Geruch als Langzeiterinnerung abgespeichert wird, haben die Bochumer Neurowissenschaftlerinnen Dr. Christina Strauch und Prof. Dr. Denise Manahan-Vaughan untersucht. Manche Düfte können Erinnerungen an lange zurückliegende Erlebnisse triggern. Die aktuelle Studie zeigt, dass der piriforme Kortex, ein Teil des Riechhirns, am Abspeichern dieser Erinnerungen beteiligt ist; allerdings funktioniert der Mechanismus nur im Zusammenspiel mit anderen Hirnregionen. Die Ergebnisse berichtet das Team der Ruhr-Universität Bochum in der Fachzeitschrift Cerebral Cortex.

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22.11.2017 „Wir sollten unseren bisherigen Forschungsansatz überdenken“

Ein Team von Hirnforschern blickt über die wissenschaftliche Routine hinaus – und fordert eine bessere Vernetzung in der eigenen Disziplin.

„Wenn wir verstehen wollen, wie das Zusammenspiel von Molekülen unser Verhalten prägt, müssen wir unseren bisherigen Forschungsansatz überdenken.“ So lautet das Fazit eines Übersichtsartikels, den ein Team von Hirnforschern in der Fachzeitschrift „The Neuroscientist“ veröffentlicht hat. Sie fordern einen ganzheitlicheren Ansatz in der Neurowissenschaft.

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29.09.2017 Gamer haben Vorteile beim Lernen

Videospiele sind offenbar besser als ihr Ruf.

Neuropsychologen der Ruhr-Universität Bochum haben Computerspieler und andere Probanden bei einer Lernaufgabe gegeneinander antreten lassen. Die Gamer schnitten signifikant besser ab und zeigten während des Tests eine höhere Aktivität in einem lernrelevanten Hirnbereich. Über die Studie berichten Prof. Dr. Boris Suchan, Sabrina Schenk und Robert Lech in der Fachzeitschrift Behavioural Brain Research.

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26.09.2017 Tauben beim Multitasking besser als Menschen

Für kognitive Fähigkeiten braucht es nicht die komplexe Großhirnrinde der Säugetiere – wie man lange angenommen hat. Das kleine Vogelgehirn reicht völlig aus.

Tauben können genauso schnell wie Menschen zwischen zwei Aufgaben hin und her wechseln – in manchen Situationen sind sie sogar noch schneller. Zu diesem Ergebnis kommen Biopsychologen, nachdem sie Vögel und Menschen mit dem gleichen Verhaltensexperiment getestet haben. Als Ursache für die leichten Vorteile der Vögel beim Multitasking vermuten die Autoren die höhere Neuronendichte im Gehirn der Tauben.

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07.09.2017 Ein Blick ins Gehirn

Es ist alles eine Frage der Nerven. Behaupten die Neurowissenschaftler. Und erklären es einmal im Jahr der Öffentlichkeit.

Die Hirnforscher der RUB laden zum Brain Day ein. Am 13. September 2017 dreht sich alles um aktuelle Forschungsergebnisse aus den Neurowissenschaften. Zwischen 13 und 17 Uhr erwartet die Gäste im Veranstaltungszentrum der RUB ein buntes Programm unter anderem mit Vorträgen und Präsentationen.

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30.08.2017 Standardmethoden könnten Ergebnisse verfälschen

Hirnnervenzellen sind Sensibelchen. Nur auf natürliche Signale reagieren sie normal. Neurowissenschaftler müssen daher vielleicht umlernen.

Wenn Neurowissenschaftler Nervenzellen bei ihrer Arbeit untersuchen, nutzen sie normalerweise ein standardisiertes Verfahren, bei dem die Zellen mit künstlichen Aktionspotenzialmustern elektrisch stimuliert werden. Das ist möglicherweise ein Fehler, wie das Team von Prof. Dr. Patrik Krieger von der Abteilung für Systemische Neurowissenschaften in der Medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum (RUB) feststellt. Die Forscher haben statt der künstlichen Aktionspotenzialmuster natürliche Erregungsmuster verwendet und damit andere Ergebnisse erzielt. Ihre Studie veröffentlichten sie in der Fachzeitschrift Frontiers in Cellular Neuroscience.

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24.08.2017 Wie die Emotionen anderer den Geruchssinn beeinflussen

Ob etwas gut riecht oder nicht, hängt nicht nur von der eigenen Nase ab.

Der emotionale Gesichtsausdruck anderer Menschen beeinflusst, wie positiv oder negativ wir selbst einen Duft empfinden. Grundlage für diesen Effekt scheint die Aktivität eines Hirnbereiches zu sein, der für das Riechen zuständig ist und schon vor der Wahrnehmung eines Geruches aktiv wird. Das berichten Neuropsychologen der Ruhr-Universität Bochum in der Fachzeitschrift Scientific Reports.

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19.07.2017 Behandlung gegen Spinnenangst wirkt auch gegen andere Ängste

Wer sich seiner Angst vor Spinnen stellt, dem kann danach auch keine Schabe mehr was.

Spinnen machen vielen Menschen Angst, und wer Angst vor Spinnen hat, fürchtet sich oft auch vor anderen Tieren wie Ratten, Schlangen oder Schaben. Forscherinnen und Forscher der Ruhr-Universität Bochum (RUB) haben nun festgestellt, dass sich der Erfolg einer Behandlung gegen Spinnenangst auch auf andere zuvor furchteinflößende Tiere auswirkt: Personen, die ihre Angst vor Spinnen durch ein Konfrontationstraining reduziert hatten, fürchteten auch Schaben deutlich weniger. Das Team berichtet im Journal „Neuropsychopharmacology“.

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22.06.2017 Die Karte im Kopf

Orientierungssinn oder Sehsinn – worauf verlassen sich Ratten eher, wenn sie sich an einem fremden Ort zurechtfinden sollen?

Wollen sich Ratten in einer neuen Umgebung orientieren, erschaffen sie mithilfe spezialisierter Gehirnzellen eine mentale Karte von ihrem Umfeld. Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum haben untersucht, ob die Tiere sich dabei eher auf das verlassen, was sie sehen, oder auf ihren Orientierungssinn. Das Team um die Neurophysiologin Prof. Dr. Denise Manahan-Vaughan und den Neuroinformatiker Prof. Dr. Laurenz Wiskott veröffentlichte seine Ergebnisse in der Fachzeitschrift Frontiers of Behavioral Neuroscience.

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12.05.2017 Der Duftstoff Hedion beeinflusst menschliches Verhalten

Ob Menschen – so wie Tiere – über Pheromone kommunizieren, ist umstritten. Eine Studie von Riech- und Verhaltensforschern der Universitäten Bern, Köln und Bochum könnte der Forschung neuen Antrieb geben.

Eine neue Studie legt nahe, dass der blumige Duftstoff Hedion menschliches Verhalten beeinflusst. In verhaltensökonomischen Laborstudien von Forschern der Universitäten Bern, Bochum und Köln verstärkte Hedion reziproke Verhaltensweisen nach dem Motto „Wie du mir, so ich dir“. Diese Ergebnisse sind auch deshalb von Bedeutung, da Hedion zuvor als erster Duft identifiziert wurde, der einen menschlichen Pheromonrezeptor (VN1R1) erregt. Dadurch wird eine Aktivierung einer Gehirnregion hervorgerufen, die an der Hormonsteuerung beteiligt ist, bei Frauen ist der Effekt sogar zehnmal stärker als bei Männern.

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20.04.2017 Was wir von Fischen und Tauben über Händigkeit lernen können

Sie haben zwar keine Hände, aber trotzdem einiges mit dem Menschen gemeinsam.

Links-rechts-Unterschiede im Gehirn sind nicht einzigartig für den Menschen. Das belegen Studien mit verschiedenen Spezies, zum Beispiel die Arbeiten mit Tauben an der Ruhr-Universität Bochum. In einem Übersichtsartikel in der Zeitschrift Neuron stellen die Biopsychologen Prof. Dr. Dr. h. c. Onur Güntürkün und Privatdozent Dr. Sebastian Ocklenburg Belege zusammen, die diese Aussage stützen. Die Forscher ziehen aus den Tierdaten auch Rückschlüsse darauf, wie Asymmetrien beim Menschen entstehen.

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22.03.2017 Seltene Muskelkrankheit entdeckt

Nach der Ursache für diese Krankheit mussten die Bochumer Mediziner gründlich suchen. Und auch jetzt sind noch viele Fragen zu den zugrunde liegenden Mechanismen offen.

Muskelschwäche in den Beinen, ein unsicherer Gang, die ständige Gefahr zu stolpern – solche Symptome sind üblich für Menschen mit Muskelerkrankungen. Auf den Patienten, der mit diesen Beschwerden ins Universitätsklinikum Bergmannsheil kam, passte aber keine der bekannten Diagnosen. Eine ausführliche Untersuchung durch die Bochumer Mediziner ergab schließlich, dass sie es mit einer neuen Krankheit zu tun hatten.

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15.03.2017 Wie sich die Zellumgebung bei bestimmten Augenkrankheiten verändert

Durchblutungsstörungen der Netzhaut sind eine häufige Ursache für Erblindungen. Das Gerüst aus Proteinen, das die Zellen umgibt, könnte eine entscheidende Rolle dabei spielen.

Wenn die Netzhaut nicht ausreichend mit Blut versorgt ist, verändert sich das Proteingerüst in der Umgebung der retinalen Zellen, die sogenannte extrazelluläre Matrix. Verschiedene Augenerkrankungen, etwa der Grüne Star, gehen mit solchen Durchblutungsstörungen einher. Wie genau sich die extrazelluläre Matrix dabei umstrukturiert, beschreiben Forscher der Ruhr-Universität Bochum in der Fachzeitschrift „Scientific Reports“.

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03.03.2017 Wenn verschiedene Gehirne sprechen

Mühelos erzeugt das Gehirn gesprochene Worte. Die zugrunde liegende Hirnaktivität sieht aber bei jedem Menschen etwas anders aus. Warum?

Kein Gehirn ist wie das andere. Bei manchen Menschen ist es ein bisschen größer oder ein bisschen schwerer als bei anderen, manche haben mehr graue, andere mehr weiße Substanz. In wissenschaftlichen Studien werfen Hirnforscher am Ende der Datenerhebung üblicherweise alle Gehirne in einen Topf und bilden einen Mittelwert. Nicht so Patrick Friedrich. Der Doktorand in der Arbeitseinheit für Biopsychologie interessiert sich für die Unterschiede zwischen den Gehirnen verschiedener Personen. Aber nicht nur auf anatomischer Ebene. Mit der funktionellen Kernspintomografie erfasst er auch Unterschiede in der Hirnaktivität.

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23.02.2017 Symposium - Roboter in der Medizin

Hilfsmittel mit den Gedanken steuern oder trotz Querschnittslähmung wieder gehen: keine Zukunftsmusik, sondern Realität.

Was Robotertechnologien in der medizinischen Therapie leisten können, hat ein außergewöhnliches Symposium am Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikum Bergmannsheil gezeigt. International renommierte Experten und Wissenschaftler stellten am 21. Februar 2017 modernste robotergestützte Verfahren vor, die schon heute in der Behandlung von querschnittsgelähmten Patienten spektakuläre Erfolge erzielen.

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17.02.2017 Warum wir Links- oder Rechtshänder sind

Anders als gedacht liegt die Ursache scheinbar nicht im Gehirn.

Ob Menschen Rechts- oder Linkshänder werden, bestimmt nicht das Gehirn, sondern das Rückenmark. Diese Schlussfolgerung legen Ergebnisse eines Teams um Privatdozent Dr. Sebastian Ocklenburg, Judith Schmitz und Prof. Dr. Dr. h. c. Onur Güntürkün nahe. Die Biopsychologen der Ruhr-Universität Bochum wiesen mit Kollegen aus den Niederlanden und Südafrika nach, dass die Genaktivität im Rückenmark bereits im Mutterleib asymmetrisch ist. Eine Präferenz für linke oder rechte Hand könnte auf diese Asymmetrie zurückzuführen sein.

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17.01.2017 Forscher entdecken schwere Nebenwirkung bei zugelassenem Medikament

Die Substanz Alemtuzumab kommt bei Multiple-Sklerose-Patienten mit schweren Krankheitsschüben zum Einsatz. Diese kann es scheinbar noch verschlimmern.

Das Multiple-Sklerose-(MS)-Medikament Alemtuzumab kann schwere, unberechenbare Nebenwirkungen auslösen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Team um Prof. Dr. Aiden Haghikia und Prof. Dr. Ralf Gold von der Klinik für Neurologie der Ruhr-Universität Bochum im Katholischen Klinikum Bochum (St. Josef-Hospital). In der Zeitschrift „Lancet Neurology“ berichten die Wissenschaftler von zwei Patienten, bei denen die Infusion von Alemtuzumab die Symptome erheblich verschlimmerte. Das Team beschreibt außerdem eine Therapie, die die schädlichen Nebenwirkungen erfolgreich eindämmte.

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11.01.2017 Unter Stress lernen Sinne nicht

Stress ist für viele Menschen Alltag – manche lieben ihn, andere macht er krank. Aber was macht Stress eigentlich mit unseren Sinnen?

Wenn wir unsere Sinne trainieren, können wir sie schärfen und ihre Leistung verbessern. Das Stresshormon Cortisol kann diese wichtige Fähigkeit allerdings komplett unterbinden. Darüber haben Neurowissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum (RUB) in der aktuellen Ausgabe von „Psychoneuroendocrinology“ berichtet.

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