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Kreative Umgebungen schaffen (Interview mit Rektor Prof. Weiler)
Research Department Interfacial Systems Chemistry (IFSC)
Research Department of Neuroscience
Hereinschauen in die RUB Spitzenforschung
Einblicke in Idee und Umsetzung der Research Departments (RD) und Applied Competence Cluster (ACC) der Ruhr-Universität bietet eine Serie von acht Videoclips. Den Auftakt bildet ein Interview mit Rektor Prof. Elmar Weiler.
Kreative Umgebungen schaffen (Interview mit Rektor Prof. Weiler)
Research Departments sind vergleichbar mit großen Sonderforschungsbereichen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Disziplinen bearbeiten aus ihrem jeweiligen Blickwinkel heraus ein langfristig tragendes neues Forschungsthema – von den Grundlagen bis zur systematischen Anwendung. Denn gerade an den Grenzen der Disziplinen sind zukünftig die bahnbrechenden neuen Erkenntnisse zu erwarten. Dabei sind diese Forschungsabteilungen keine geschlossenen Räume: Spezialisten in Sachen Transfer tragen die Ergebnisse aus den Departments nach außen und ziehen damit wiederum ausgewiesene Experten an. Research Departments bilden kreative Umgebungen, die sich alle etwas voneinander unterscheiden und die sich aus sich selbst heraus weiter entwickeln. So lassen sich die besonders guten – die Erfolgsmodelle – finden. Langfristig sollen die Research Departments auf diese Weise zur Strukturbildung der Ruhr-Universität beitragen.
Research Department Interfacial Systems Chemistry (IFSC)
Im RD IFSC erarbeiten wir ein tiefes, umfassendes Verständnis der Komplexität an Grenzflächen - von der intermolekularen Interaktion und der Aggregation kleiner Moleküle bis hin zum grundlegenden Verständnis der Entstehung chemischer Komplexität in biologischen Systemen. Dieses Ziel erreichen wir durch intensive interdisziplinäre und internationale Vernetzung. Ein wichtiges Ziel ist die konsequente Einbindung junger Nachwuchswissenschaftler und flache Hierarchien, um eine frühzeitige Unabhängigkeit des wissenschaftlichen Nachwuchses zu gewährleisten. Das Applied Competence Cluster Terahertz (ACC-THz) ergänzt diese exzellente Grundlagenforschung des RD IFSC durch effizienten Technologie-Transfer. Das ACC-THz konzentriert sich auf den Technologietransfer Erfolg versprechender Entwicklungen und Anwendungen im Bereich spektroskopischer Technologien.
Research Department CERES
Das Research Department CERES („Centrum für Religionswissenschaftliche Studien“) bündelt Synergien aus zwanzig geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern der RUB zur Erforschung religiöser Formierungs- und Diffusionsprozesse. Es ist aus mehreren interdisziplinär ausgerichteten nationalen und internationalen Verbundforschungsprojekten hervorgegangen (Käte Hamburger Kolleg „Dynamiken der Religionsgeschichte zwischen Asien und Europa“, DFG-Forschergruppe „Transformation der Religion“, EU-Projekt „What are the Impacts of Religious Diversity“, Nachwuchsforschergruppe „Religion vernetzt“ sowie verschiedene Einzelprojekte). Die Ergebnisse der vorangehenden Untersuchungen werden in dem Forschungsprogramm „Relational Religion. Complex Resonances and Figurations in and beyond the Religious Field“ zu übergreifenden Fragestellungen zusammengeführt. Ausgangspunkt ist die Arbeitshypothese, daß sich Religion in der Relationalität von vier unterschiedlichen Dimensionen konstituiert:
- im Wissen, das Orientierung bietet,
- in der Erfahrung, die Evidenz erzeugt,
- im Handeln, das sich zwischen Planen, Regulieren und Realisieren entfaltet,
- in der Materialität, die psychische und soziale Prozesse mitbestimmt.
Zentraler Forschungsgegenstand des Research Department ist die Emergenz des religiösen Feldes in seinem Beziehungsgeflecht zu anderen gesellschaftlichen Bereichen wie Ökonomie, Politik, Recht, Medizin, Wissenschaft, Pädagogik, Kunst sowohl in historisch-zeitgeschichtlicher als auch in kulturvergleichender Perspektive.
Materials Research Department
Das Materials Research Department bündelt die Aktivitäten der Wissenschaftler an der Ruhr-Universität Bochum und den umliegenden außeruniversitären Forschungseinrichtungen (Max-Planck-Institut für Eisenforschung (MPIE), MPI für Kohlenforschung (MPIKOFO), Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)) auf dem Gebiet der Materialwissenschaft und hat das Ziel, wegweisende Forschung auf dem Gebiet der Integrität kleinskaliger Systeme sowie im Bereich der Hochtemperaturmaterialien zu leisten. In Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Fakultäten für Maschinenbau, Bauingenieurwesen, Elektrotechnik, Chemie, Physik, Mathematik und den Geowissenschaften, sowie mit weiteren auf dem Campus der Ruhr-Universität-Bochum ansässigen Forschungseinrichtungen - dem Interdisciplinary Centre for Advanced Materials Simulation (ICAMS) und der Zentralen Einrichtung für Ionenstrahlen und Radionuklide (RUBION) - werden neuen Wege in der interdisziplinären Forschung auf dem Gebiet der Materialwissenschaften beschritten.
Research Department of Neuroscience
Das Research Department of Neuroscience verfährt nach der Strategie, dass Erkenntnisse der neurowissenschaftliche Grundlagenforschung mit klinischen Ansätzen kombiniert und bis auf die Ebene der computerunterstützten Modellierung von Hirnfunktionen ausgedehnt werden. Die Stärke des Departments besteht in seiner interdisziplinären Orientierung, bei der die fachliche Kompetenz von traditionellen wissenschaftlichen Fachgebieten wie der Medizin, der Psychologie, der Biologie, der Biochemie und der Informatik integriert wird, fokussiert auf die Erforschung des Gehirns. Ein Ziel besteht darin die Grundlagenforschung, die sich mit der Frage beschäftigt, wie das Gehirn arbeitet (z.B. Sehen, Hören, Lernen, Erinnern und Wahrnehmen) durch Untersuchungen von Hirnpathologien und deren Therapien zu komplementieren. Die Strategie die Grenzen unseres Wissens zu erweitern erfolgt auf drei Ebenen: eine adäquate Struktur und Infrastruktur schaffen für exzellente neurowissenschaftliche Forschung, z.B. durch Etablierung moderner Methoden wie bildgebende Verfahren; den Aufbau von Forschungsprojekten, die multidisziplinär angelegt sind, zu unterstützen; sowie die Unterstützung des neurowissenschaftlichen Nachwuchses durch Förderung einer frühzeitigen wissenschaftlichen Selbständigkeit und einer Vereinbarkeit von Familie und Karriere. Die International Graduate School of Neuroscience (IGSN) stellt den Ausbildungszweig des Research Departments of Neuroscience dar, mit eigenem Promotionsrecht zum „PhD in Neuroscience“. Gemeinsame Lehre, gemeinsame Forschung und gemeinsame Publikationen gehören selbstverständlich zum interdisziplinären Alltag.
Research Department Plasmas with Complex Interactions
Im Research Department „Plasmas with Complex Interactions” werden bislang praktisch unbekannte Bereiche erforscht, die sich durch die komplexe Wechselwirkung von Plasmen mit ihrer Umgebung auszeichnen. Das Research Department reicht dabei weit über die traditionellen Grenzen der Plasmaforschung hinaus, indem es Plasmatechniken und -methoden auf Festkörperphysik, Materialwissenschaften, Chemie, Biologie und Astronomie überträgt. Fakultätsübergreifend arbeiten mehr als vierundzwanzig Lehrstühle und Forschergruppen mit mehr als 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern grundlagen- und anwendungsbezogen in den unterschiedlichen Themenfeldern: Hochenergie-Teilchenastrophysik, Computational Plasmaphysik, Plasmatechnologien für biomedizinische Anwendungen, Plasmaprozessentwicklung und Kontrolle, Nanoteilchen Erzeugung und Plasmalichtquellen, Neuartige Plasmaquellen (ICP, VHF), Plasmabeschichtung von Kunststoffen zur Verbesserung der Barriereeigenschaften, Plasmadiagnostik und Prozessmonitoring, Atmosphärische Mikroplasmen, Plasmasimulation, Plasmatechnologien zur ökologischen Stromerzeugung. Das Applied Competence Cluster Plasma Technology (ACC-PT) knüpft an die exzellente Grundlagenforschung des RD "Plasmas with Complex Interactions" an und sorgt für einen effizienten Transfer vielversprechender Forschungsergebnisse in die Anwendung. Ein wichtiger Tätigkeitsschwerpunkt liegt auf dem Gebiet der Funktionalisierung und Behandlung von Materialoberflächen. Sie reicht von der Aktivierung von Kunststoffen über dünne Beschichtungen mit unterschiedlichsten Eigenschaften (kratzfest, verschleißarm, wasserabweisend/-anziehend, reibungsarm, Versiegelungen, Markerbeschichtungen, optisch aktive Beschichtungen) bis hin zu medizintechnischen Anwendungen in der Dekontamination/Sterilisation (thermolabiler) Güter und beispielsweise der Wundbehandlung.
Protein Research Department
Das Protein Research Department (PRD) bündelt hochaktuelle Forschung für ein besseres Verständnis zellulärer Proteinnetzwerke. Unter dem „PRD“ Dach werden Themen wie Proteinstruktur und -mechanismus, makromolekulare Zusammenschlüsse, Funktionen von Membranproteinkomplexen und zelluläres Verhalten erforscht - aus molekularer Perspektive mit hochmodernen Methoden aus Strukturbiologie, Biophysik, Biochemie und Zellbiologie. Das PRD zielt primär darauf ab, die momentane Lücke zwischen molekularen und systemischen Ansätzen in der Proteinforschung zu schließen, um zu einem molekularen Verständnis der zellulären Prozesse zu gelangen. Ein quantitatives Verständnis solch komplexer und biologischer Prozesse auf der Zellebene benötigt eine gründliche Kenntnis des Verhältnisses von unterschiedlichsten genetisch programmierten und dynamisch regulierten Netzwerken. Der Fokus des PRD richtet sich auf Prozesse, die von Biomembranen ausgehen oder diese involvieren. Dieser Schwerpunkt wird besonders deutlich durch die Vielzahl von Studien der sensorischen Transduktion, die von G-Protein gekoppelten Rezeptoren (GPCR) ausgehen, sowie Studien der Abläufe, die GTP-bindende Proteine der Ras Superfamilie beinhalten. Da Störungen in den beschriebenen Interaktionen für viele ernsthafte Erkrankungen verantwortlich gelten, soll das erlangte Verständnis auf der atomaren Ebene zukünftig in der Entwicklung biotechnologischer Anwendungen mit Langzeitnutzen für die öffentliche Gesundheit resultieren, z.B. in maßgeschneiderten Medikamenten in der Molekulartherapie oder in der Entwicklung von Biomarkern.


